Syphi­lis-asso­zi­ier­te Uveitis

Frühzeitige Therapie verbessert visuelle Rehabilitation immens

25. August 2022

HAT YAI (Bier­mann) – Bei der Syphi­lis oder Lues handelt es sich um eine syste­mi­sche Infek­ti­ons­er­kran­kung mit dem Bakte­ri­um Trepo­n­e­ma palli­dum, die als okulä­re Syphi­lis (OS) alle Formen einer Uvei­tis anneh­men kann. Die Autoren einer aktu­el­len Arbeit haben nun Fakto­ren für eine gute bzw. schlech­te funk­tio­nel­le Progno­se zusam­men­ge­tra­gen, von denen sich eine paren­te­ra­le Gabe von Peni­cil­lin zeit­nah nach Symptom­be­ginn als am wich­tigs­ten erweist.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 36 Pati­en­ten (65 Augen; medi­a­nes Alter 36 Jahre; 97% Männer) mit sero­lo­gisch veri­fi­zier­ter syphi­li­ti­scher Uvei­tis, die im Zeit­raum 2009 bis 2020 behan­delt und nach­kon­trol­liert wurden, in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein.

Die Arbeits­grup­pe legte als primä­re Endpunk­te die mitt­le­re Sehschär­fe im Zeit­ver­lauf ([VA]; gemes­sen mithil­fe eines linea­ren, gemisch­ten Regres­si­ons­mo­dells) sowie den Anteil an Augen mit einer VA ≥0,8 dezi­mal bzw. <0,63 und > 0,1 sowie ≤0,1 dezi­mal nach 6 Mona­ten fest. Ein weite­rer Endpunkt umfass­te die Inzi­denz­ra­te einer VA-Verbes­se­rung auf ≥0,8 dezi­mal bei allen Augen mit einer VA <0,8 dezi­mal bei Erst­vor­stel­lung. Die media­ne Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 13,5 Monate (IQR 4–24,7).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 29 Pati­en­ten (81%) eine Koin­fek­ti­on mit dem HI-Virus vorlag. Als häufigs­te Befun­de zeig­ten sich eine Panu­vei­tis (49%), gefolgt von einem Papil­len­ödem (49%) sowie einer reti­na­len Vasku­li­tis (39%).

Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass sich die mitt­le­re VA von 0,1 zu Studi­en­be­ginn auf 0,4 dezi­mal nach 6 Mona­ten verbes­ser­te und im weite­ren Verlauf auf diesem Niveau hielt. Die kumu­la­ti­ve Inzi­denz­ra­te für eine VA ≥0,8 lag nach 2 Jahren bei 70%. Die Ophthal­mo­lo­gen konsta­tier­ten folgen­de Prädik­to­ren für eine VA ≥0,8: eine anti­bio­ti­sche Thera­pie inner­halb von 4 Wochen nach Symptom­be­ginn (adjus­tier­te HR 3,4; p=0,012), eine fehlen­de HIV-Koin­fek­ti­on (aHR 8,2; p<0,001) oder Neuro­sy­phi­lis (aHR 6,5; p=0,037), eine VA zwischen 0,1 und 0,63 anstatt <0,1 dezi­mal (aHR 5,0; p=0,003) sowie eine inter­me­diä­re Uvei­tis anstel­le einer Panu­vei­tis (aHR 11,5; p=0,013).

(tt)

Autoren: Sittivarakul W et al.
Korrespondenz: Wantanee Sittivarakul; watanee.s@psu.ac.th
Studie: Clinical features and incidence of visual improvement following systemic antibiotic treatment in patients with syphilitic uveitis
Quelle: Sci Rep 2022; Jul 22;12(1):12553.
Web: dx.doi.org/10.1038/s41598-022-16780-5

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