Sympa­thi­sche Ophthalmie

Screening und Monitoring mittels OCT kann Prognose verbessern

4. Oktober 2021

PHILADELPHIA (Bier­mann) – Bei der sympa­thi­schen Ophthal­mie handelt es sich um eine bila­te­ra­le granu­lo­ma­tö­se Uvei­tis, die nach einem unila­te­ra­len Trauma oder nach chir­ur­gi­schen Eingrif­fen auftritt, und den Visus des kontralate­ra­len Auges bedroht.

Die Diagno­se wird erschwert durch unter­schied­li­che Befund­bil­der und klini­sche Verläu­fe sowie einem Fehlen von diagnos­ti­schen Labor­pa­ra­me­ter, sodass die Thera­pie häufig verzö­gert einge­lei­tet werden kann und die Gefahr eines dauer­haf­ten Visus­ver­lus­tes besteht.

Im Rahmen eines aktu­el­len Reviews präsen­tie­ren die Autoren aktu­el­le Studi­en­ergeb­nis­se zu Fort­schrit­ten im Bereich der Patho­phy­sio­lo­gie, Diagnos­tik sowie Behand­lung der sympa­thi­schen Ophthalmie.

Laut den Forscher lassen jüngs­te Forschungs­er­geb­nis­se vermu­ten, dass die sympa­thi­sche Ophthal­mie auf einer zell­ver­mit­tel­ten Immun­ant­wort gegen reti­na­le und uveale Anti­ge­ne beruht, die durch ein Trauma oder eine Opera­ti­on frei­ge­setzt wurden. Es schei­nen viele Mecha­nis­men betei­ligt zu sein, insbe­son­de­re eine Akti­vie­rung des Inter­leu­kin-23/IL-17-Signal­we­ges.

Die Wissen­schaft­ler beto­nen, dass ein besse­res Verständ­nis der Patho­phy­sio­lo­gie nütz­li­che Angriffs­punk­te für die Entwick­lung neuer Medi­ka­men­te bieten sowie die Iden­ti­fi­zie­rung von Risi­ko­pa­ti­en­ten ermög­li­chen könnte.

Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass der Schwer­punkt aktu­el­ler Studi­en auf der Früh­erken­nung der sympa­thi­schen Ophthal­mie mithil­fe der multi­moda­len Bild­ge­bung liegt, um eine zeit­na­he Thera­pie einlei­ten zu können. Viele Autoren befür­wor­ten den routi­ne­mä­ßi­gen Einsatz der OCT zum Scree­ning und zur Krank­heits­über­wa­chung, da Verän­de­run­gen in der OCT den klini­schen Sympto­men und Anzei­chen voraus­ge­hen und fass­ba­re visu­el­le Befun­de liefern können.

Darüber berich­ten die Verfas­ser des Reviews, dass in aktu­el­len Studi­en weiter­hin der früh­zei­ti­ge Thera­pie­be­ginn mit syste­mi­schen Corti­cos­te­ro­iden und stero­ids­pa­ren­den Immun­sup­pres­si­va die Haupt­säu­le der Behand­lung darstellt.

(tt)

Autoren: Fromal OV et al.
Korrespondenz: Ollya V Fromal; ofromal@gmail.com
Studie: Recent advances in diagnosis and management of sympathetic ophthalmia
Quelle: Curr Opin Ophthalmol 2021; Sep 7 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/ICU.0000000000000803

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.