Sympa­thi­sche Ophthal­mie nach Traumata

Gründliche Patientenaufklärung ist essenziell

12. August 2021

TORONTO (Bier­mann)  Die Sympa­thi­sche Ophthal­mie (SO) bezeich­net eine bila­te­ra­le nicht nekro­ti­sie­ren­de, granu­lo­ma­tö­se Panu­vei­tis, die nach offe­nen Bulbus­ver­let­zun­gen (OGI) oder mehr­ma­li­gen intrao­ku­lä­ren Eingrif­fen am sympa­thi­sie­ren­den Part­ner­au­ge, aber auch am auslö­sen­den, sympa­thi­schen Auge auftre­ten und poten­zi­ell zur bila­te­ra­len Erblin­dung führen kann. Ursäch­lich wird eine Auto­im­mun­re­ak­ti­on gegen mela­nin­hal­ti­ge Zellen in der Uvea vermu­tet. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass die SO nach OGI selten auftritt.

Das Ziel der Studie bestand darin, den geschätz­ten Inzi­denz­an­teil und die Inzi­denz­ra­te von SO nach OGI zu ermit­teln, um die gemein­sa­me Entschei­dungs­fin­dung im Arzt/­Pa­ti­ent-Verhält­nis in Bezug auf Behand­lungs­op­tio­nen nach OGI zu unterstützen.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten im Rahmen des syste­ma­ti­schen Reviews mit Meta-Analy­se bis Novem­ber 2020 eine Lite­ra­tur­re­cher­che in Medli­ne, Embase und Coch­ra­ne zu popu­la­ti­ons­ba­sier­ten Studi­en über OGI und SO bei Erwach­se­nen und Kindern durch. Nach­fol­gend über­prüf­ten 2 Gutach­ter die Such­ergeb­nis­se unab­hän­gig voneinander.

Mithil­fe von Random-Effects-Meta-Analy­sen errech­ne­te die Arbeits­grup­pe den Inzi­denz­an­teil sowie die Inzi­denz­ra­te von SO und bewer­te­te das Verzer­rungs­po­ten­ti­al unter Anwen­dung des Risk-of Bias-Tools für nicht rando­mi­sier­te Beob­ach­tungs­stu­di­en (ROBIN‑I).

Die Forscher schlos­sen 24 Studi­en in die Meta-Analy­se ein. Sie stell­ten einen geschätz­ten Gesamt­an­teil der Inzi­denz bei SO nach OGI von 0,19% (95%-KI 0,14%-0,24%) mit einem Anteil an Gesamt­streu­ung (I2) von 13% fest. Des Weite­ren lag die Inzi­denz­ra­te von SO bei 33 pro 100.000 Perso­nen­jah­ren (95%-KI 19,61–56,64) mit einem Anteil an I2 von 72%.

Die Autoren resü­mie­ren, dass weite­re Studi­en erfor­der­lich sind, um den Einfluss des Alters, das Ausmaß und den Ort des Trau­mas, die Zeit bis zur Resti­tu­tio sowie die prophy­lak­ti­sche Enuklea­ti­on in Bezug auf die Inzi­denz von SO zu untersuchen.

(tt)

Autoren: He B et al.
Korrespondenz: Edsel Ing; edinglidstrab@gmail.com
Studie: The incidence of sympathetic ophthalmia after trauma: A meta-analysis
Quelle: Am J Ophthalmol 2021; Jul 17;S0002-9394(21)00364-0.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.06.036

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