Steri­le okulä­re Inflamma­ti­on nach Anti-VEGF-Injektion

Ursachenforschung ist wichtig

8. Juni 2021

SẴO PAULO (Bier­mann)  Intrao­ku­lä­re Entzün­dun­gen im Zusam­men­hang mit einer Anti-VEGF-Thera­pie sind eine selte­ne, aber poten­zi­ell visus­be­dro­hen­de Kompli­ka­ti­on. Die Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung haben mögli­che Mecha­nis­men und klini­sche Unter­schie­de über­prüft, um zu helfen, das Risiko in Zukunft zu verringern.

Laut den Wissen­schaft­lern gebe es 2 Arten von Entzün­dun­gen nach intra­vit­rea­len Injek­tio­nen (IVI): die akute steri­le Inflamma­ti­on und die verzö­ger­te entzünd­li­che Vaskulitis.

Die akute Entzün­dung könne in die subkli­ni­sche Vorder­kam­mer­ent­zün­dung (bis zu 19% der Fälle) und die steri­le Uveitis/Endophthalmitis (0,05–4,4% der Fälle) unter­teilt werden.

Eine entzünd­li­che reti­na­le Vasku­li­tis wurde bisher unter ande­rem mit Brolu­ci­zumab, einem neue­ren Anti-VEGF-Wirk­stoff, in Verbin­dung gebracht und trat, gemäß der Post-hoc-Analy­se der HAWK/HAR­RI­ER-Daten, bei 3,3% der Injek­tio­nen auf. Laut den Forschern spre­che der derzei­ti­ge Kennt­nis­stand über das klini­sche Bild und die Glas­kör­per-Histopa­tho­lo­gie für eine auto­im­mu­ne Typ-IV-Überempfindlichkeitsreaktion.

Darüber hinaus könnte Sili­kon­öl aus der Sprit­ze immu­no­ge­ne Protein­ag­gre­ga­te indu­zie­ren und  unsach­ge­mä­ße Lage­rung und Versand die Menge des aus der Sprit­ze frei­ge­setz­ten Sili­kon­öls noch erhöhen.

Die Exper­ten nennen Haupt­fak­to­ren, die bei der intrao­ku­lä­ren Entzün­dung eine wich­ti­ge Rolle spie­len. Dazu zählen patientenspezifische‑, medi­ka­men­ten­spe­zi­fi­sche- sowie abga­be­spe­zi­fi­sche Ursachen.

Die Mehr­zahl der klinisch signi­fi­kan­ten Entzün­dun­gen seien akut einset­zen­de Entzün­dungs­re­ak­tio­nen, die sich mithil­fe einer anti­in­flamma­to­ri­schen Thera­pie meis­tens nach 3–5 Wochen regre­dient zeigen.

Das Vorhan­den­sein von Schmerz, Hypo­py­on, schwe­rem Vorder­kam­mer­reiz, Hyper­ämie sowie signi­fi­kan­tem Visus­ver­lust könne helfen, infek­tiö­se von nicht infek­tiö­sen Ursa­chen zu differenzieren.

Die Vermei­dung von Tempe­ra­tur­schwan­kun­gen und mecha­ni­schen Stößen während des Trans­por­tes sowie die regel­rech­te Hand­ha­bung der Spritzen/Arzneimittel und die Verwen­dung von Sili­kon­öl-freien Sprit­zen könne dazu beitra­gen, die intrao­ku­lä­re Entzün­dungs­ra­te zu minimieren.

(tt)

Autoren: Anderson WJ et al.
Korrespondenz: Gustavo G Emerson; gustavobmelo@yahoo.com.br
Studie: Mechanisms of sterile inflammation after intravitreal injection of antiangiogenic drugs: a narrative review
Quelle: Int J Retina Vitreous 2021; May 7;7(1):37.
Web: dx.doi.org/10.1186/s40942-021-00307-7

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.