Späte Sicker­kis­sen­le­cka­ge nach Trabekulektomie

Sklera-Patch-Transplantat mit Konjunktivaverschiebeplastik zeigt gute Erfolge

21. September 2021

HYDERABAD (Bier­mann) – Ein Sklera-Patch-Trans­plan­tat mit einer Binde­haut­ver­schie­be­plas­tik stellt ein geeig­ne­tes Verfah­ren dar, um nach einer Trabe­ku­lek­to­mie eine spät auftre­ten­de Sickerkissen(Siki)-Leckage aufgrund einer Sklera­ein­schmel­zung oder ‑fistel ± Hypo­to­nie und/oder Makulo­pa­thie zu revi­die­ren. Laut den Autoren einer aktu­el­len Studie könnte diese Tech­nik nicht nur zur Infek­ti­ons­pro­phy­la­xe und Kontrol­le des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD) beitra­gen, sondern auch zur visu­el­len Reha­bi­li­ta­ti­on verhelfen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen im Zeit­raum 2010–2019 insge­samt 18 Augen mit später Siki-Lecka­ge nach Trabe­ku­lek­to­mie in die retro­spek­ti­ve, nicht­ver­glei­chen­de, inter­ven­tio­nel­le Fall­stu­die ein. In allen Fällen wurde eine Sklera-Patch-Trans­plan­ta­ti­on mit einer Binde­haut­ver­schie­bung durchgeführt.

Das mitt­le­re Alter der Pati­en­ten betrug 51,5±10,2 Jahre (95%-KI 46,4–56,7). Alle Pati­en­ten wurden nach dem Eingriff über einen Zeit­raum von 52,4±26,9 Monate nach­kon­trol­liert (95%-KI 39,1–65,8).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 12 Augen (66,7%) ein IOD ≤6 mmHg sowie eine hypo­to­nie­be­ding­te Makulo­pa­thie vorla­gen. Die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA) vor dem Eingriff lag bei 0,8±0,7 LogMar (95%-KI 0,4–1,1) und verbes­ser­te sich auf 0,4±0,6 LogMar (95%-KI 0,1–0,6; p=0,004). Trotz persis­tie­ren­der Fälte­lung der Choro­idea stieg die BCVA bei 4 Augen (22,4%) an.

Darüber hinaus fanden die Glau­kom­spe­zia­lis­ten heraus, dass sich der mitt­le­re IOD von 6,3±3,8 mmHg (95%-KI 4,4–8,2) während der Siki-Lecka­ge auf 12,1±2,9 mmHg (95%-KI 10,6–13,5; p<0,001) nach dem Siki-Verschluss verbes­ser­te. Bei 5 Augen (27,8%) war nach dem Eingriff zusätz­lich eine Laser-Sutu­ro­ly­se erfor­der­lich, und in 2 Fällen musste ein weite­rer chir­ur­gi­scher Eingriff erfol­gen. Die Anzahl an Antig­lau­kom­a­to­sa bei der letz­ten Nach­kon­trol­le betrug 0,4±0,9 (95%-KI ‑0,1 bis 0,8). Bei 8 Augen (44,5%) war aufgrund einer signi­fi­kan­ten Kata­rakt eine Phako­emul­si­fi­ka­ti­on notwen­dig. Schwer­wie­gen­de Kompli­ka­tio­nen wie bspw. eine Blebi­tis wurden in keinem Fall beobachtet.

(tt)

Autoren: Pathak Ray V et al.
Korrespondenz: Vanita Pathak Ray; vpathakray@gmail.com
Studie: Long-term outcomes of blebs repaired with scleral patch graft and conjunctival advancement in late-onset leak post-trabeculectomy
Quelle: Indian J Ophthalmol 2021; Sep;69(9):2496-2501.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_148_21

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