Skle­ri­tis bei kolum­bia­ni­schen Patienten

Studie präsentiert klinische Befunde und Risikofaktoren

9. August 2022

BOGOTA (Bier­mann) – Bei der Skle­ri­tis handelt es sich um eine schwe­re, destruk­ti­ve und visus­be­dro­hen­de Entzün­dung der Leder­haut, die oftmals mit auto­im­mu­nen System­er­kran­kun­gen asso­zi­iert ist. In einer aktu­el­len Studie – laut den Autoren der ersten aus Kolum­bi­en und größ­ten aus Latein­ame­ri­ka – haben deren Verfas­ser nun die wich­tigs­ten klini­schen Merk­ma­le sowie damit zusam­men­hän­gen­de Risi­ko­fak­to­ren einer Skle­ri­tis zusammengefasst.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv im Zeit­raum 2015 bis 2020 medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen aus 7 Schwer­punkt­zen­tren für Uvei­tis in Kolum­bi­en (Südame­ri­ka) zu 389 Pati­en­ten (509 Augen, mitt­le­res Alter 51±15 Jahre) mit Skle­ri­tis. Fälle mit Episkle­ri­tis wurden ausgeschlossen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich bei der Mehr­heit der Fälle eine unila­te­ra­le (69,2%), nicht­in­fek­tiö­se (94,8%) Skle­ri­tis sowie ein hoher Prozent­satz an Frauen (75,6%) zeigte. Als häufigs­ter inflamma­to­ri­scher Befund lag eine diffu­se, ante­rio­re Skle­ri­tis (41,7%) vor, gefolgt von einer nodu­lä­ren (31,9%) sowie einer nekro­ti­sie­ren­den (12,3%) Form. Des Weite­ren stell­ten die Uvei­tis-Spezia­lis­ten fest, dass bei 161 der 389 Pati­en­ten (41,3%) eine syste­mi­sche Auto­im­mun­erkran­kung – am häufigs­ten eine rheu­ma­to­ide Arthri­tis (18,5%), eine Poly­au­to­im­mu­ni­tät mit verschie­de­nen Auto­im­mun­erkran­kun­gen (10,4%) sowie eine Granu­lo­ma­to­se mit Poly­angii­tis (5,9%; Morbus Wege­ner) – bestand. Zudem beob­ach­te­ten die Ophthal­mo­lo­gen bei Pati­en­ten mit nekro­ti­sie­ren­der Skle­ri­tis sowie solchen im Alter von >40 Jahren häufi­ger syste­mi­sche Auto­im­mun­erkran­kun­gen. Ebenso erwie­sen sich neben einer beglei­ten­den Uvei­tis und einer okulä­ren Hyper­ten­si­on auch eine nekro­ti­sie­ren­de Skle­ri­tis und ein Alter von >40 Jahren als Risi­ko­fak­to­ren für eine sehr schlech­te best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe bei Erst­vor­stel­lung (≤20/80 Snel­len-Frak­ti­on; ≤0,25 dezimal).

Als häufigs­te Behand­lungs­op­ti­on wurden syste­mi­sche Corti­cos­te­ro­ide einge­setzt (50,9%), gefolgt von nicht­ste­ro­ida­len Anti­ph­lo­gis­ti­ka (32,4%). Über­dies waren bei 49,1% der Pati­en­ten Corti­cos­te­ro­id-sparen­de klas­si­sche oder biolo­gi­sche Immun­mo­du­la­to­ren erforderlich.

(tt)

Autoren: de-la-Torre A et al.
Korrespondenz: Mariana Cabrera-Perez; marianacab@gmail.com
Studie: Clinical patterns and risk factors in scleritis: a multicentric study in Colombia
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2022; Jul 7 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-022-05754-y

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