Sjögren Syndrom mit okula­rer Beteiligung

Visusbedrohende Komplikationen sollten engmaschig kontrolliert werden

18. Januar 2021

TELANGANA (Bier­mann)  Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass bei primä­rem oder sekun­dä­rem Sjögren Syndrom (SS) die Schwe­re der Augen­tro­cken­heit, cornea­le Ulzera und Vernar­bun­gen, Kata­rakt und Glau­kom Haupt­ri­si­ko­fak­to­ren für einen schlech­ten Visus darstel­len. Eine Skle­ri­tis weist ein noch größe­res Risiko auf, visus­be­dro­hen­de cornea­le Kompli­ka­tio­nen zu entwi­ckeln und sollte daher inten­siv über­wacht werden, so die indi­schen Autoren.

In einer retro­spek­ti­ven Fall­stu­die werte­ten die Wissen­schaft­ler Augen­be­fun­de von Sjögren-Pati­en­ten aus, die sich in den voran­ge­gan­ge­nen 8 Jahren bei einem augen­ärzt­li­chen Netz­werk vorstell­ten und bei denen gemäß den Krite­ri­en des Ameri­can Colle­ge of Rheu­ma­to­lo­gy von 2012 die Diagno­se eines SS gestellt wurde.

Mithil­fe multi­va­ria­ter Analy­se­me­tho­den und der Odds Ratio (OR) bewer­te­ten die Forscher Risi­ko­fak­to­ren, die mit schwe­rer Sehbe­ein­träch­ti­gung (SVI; best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe <20/200) und visus­be­dro­hen­den Horn­haut­kom­pli­ka­tio­nen (Ulzera und Perfo­ra­tio­nen) verbun­den waren.

Die Arbeits­grup­pe schloss 919 Pati­en­ten (1838 Augen) in die Studie ein. Von diesen wiesen 285 Pati­en­ten (31%) ein primä­res und 634 (69%) ein sekun­dä­res SS auf.

Als häufigs­te Ursa­che eines sekun­dä­ren SS zeigte sich eine rheu­ma­to­ide Arthri­tis (98,1%), gefolgt von syste­mi­schem Lupus erythe­ma­to­des (0,79%), Psoria­sis (0,79%) und Sklero­der­mie (0,6%). Eine SVI lag bei 10% vor und bei 2,5% zeig­ten sich Horn­haut­kom­pli­ka­tio­nen. Die Wissen­schaft­ler konn­ten analy­sie­ren, dass unab­hän­gi­ge Risi­ko­fak­to­ren für die Entwick­lung einer SVI Horn­haut­nar­ben (p<0,00001; OR 3,0), Horn­hau­tul­ze­ra (p<0,00001; OR 12,96), nied­ri­ge Schir­mer-Test­wer­te (p=0,0084; OR 0,93), Kata­rakt (p=0,036; OR 2,4) Glau­kom (p=0,04; OR 4,09) und das Alter bei Diagno­se (p=0,005; OR 1,02) darstell­ten. Skle­ri­tis (p<0,0001; OR 8,9) und die Diagno­se eines sekun­dä­ren SS (p=0,009; OR 2,94) waren Risi­ko­fak­to­ren für Hornhautkomplikationen.

(tt)

Autoren: Singh S et al.
Korrespondenz: Sayan Basu; sayanbasu@ lvpei.org
Studie: Ocular Involvement in Sjogren's Syndrome: Risk Factors for Severe Visual Impairment and Vision-Threatening Corneal Complications
Quelle: Am J Ophthalmol 2020; Dec 29;S0002-9394(20)30677-2 (Epub ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2020.12.019

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