Sjögren-Syndrom-asso­zi­ier­tes trocke­nes Auge

Verhältnis Thrombospondin-1 zu Metalloproteinase-9 kann Diagnose sichern

1. Juli 2022

BOSTON (Bier­mann) – Die Unter­schei­dung von Pati­en­ten mit Sjögren-Syndrom-asso­zi­ier­tem trocke­nen Auge (SSDES) und denje­ni­gen mit DES ande­rer Genese (NSSDES) ist entschei­dend für eine ange­mes­se­ne Über­wa­chung und Thera­pie mögli­cher visus- und lebens­be­dro­hen­der syste­mi­scher Kompli­ka­tio­nen dieser chro­nisch-entzünd­li­chen Auto­im­mun­erkran­kung unkla­rer Genese.

Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben nun gezeigt, dass ein ernied­rig­tes Verhält­nis vom immun­re­gu­la­to­ri­schen Throm­bos­pon­din (TSP)-1 zur inflamma­to­ri­schen Matrix-Metal­lo-Proteinase (MMP)-9 in der Tränen­flüs­sig­keit einen besse­ren diagnos­ti­schen Biomar­ker für ein SS darstellt als die allei­ni­gen TSP-1- und MMP-9-Spie­gel und sich somit als Scree­ning-Test eignet.

In ihre prospek­ti­ve Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 20 Teil­neh­mer mit SSDES, 21 mit NSSDES sowie 20 Kontroll­per­so­nen ein. Die Arbeits­grup­pe bestimm­te verblin­det mithil­fe eines magne­ti­schen bead­ba­sier­ten Multi­plex-Assay die Spie­gel von TSP‑1 sowie MMP‑9 in der Tränen­flüs­sig­keit und analy­sier­ten diese unter Berück­sich­ti­gung ande­rer Para­me­ter der Augen­ober­flä­che und des Tränenfilms.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die media­nen Spie­gel von TSP‑1 in der Kontroll­grup­pe bei 308 ng/ml, die von MMP‑9 bei 1,9 ng/ml sowie das Verhält­nis TSP‑1 zu MMP‑9 bei 69 lagen. Im Vergleich dazu zeigte eine signi­fi­kant höhere Anzahl an Teil­neh­mern in der SSDES- als in der NSSDES-Gruppe ernied­rig­te Werte von TSP‑1 (55% vs. 24%; OR 3,9; 95%-KI 2,14–7,08; p<0,0001) sowie gestei­ger­te Werte von MMP‑9 (90% vs. 48%; OR 9,8; 95%-KI 4,46–19,81; p<0,0001). Des Weite­ren erwies sich das Verhält­nis TSP‑1 zu MMP‑9 unab­hän­gig vom MMP-9-Wert nur bei den SSDES-Augen im Vergleich zu den Kontrollau­gen als signi­fi­kant redu­ziert (10,4 vs. 69; p=0,018). Bei Pati­en­ten mit einem herab­ge­setz­ten Verhält­nis TSP‑1 zu MMP‑9 bestand zudem eine 2,3‑fach höhere Wahr­schein­lich­keit für ein SS (OR 2,36; 95%-KI 3,94 bis 7,9; p=0,004). Darüber hinaus korre­lier­te dieses Verhält­nis invers mit klini­schen Para­me­tern, insbe­son­de­re der konjunk­ti­va­len und kornea­ler Anfär­bung (beide p=0,03).

(tt)

Autoren: Masli S et al.
Korrespondenz: Sharmila Masli; smasli@bu.edu
Studie: Reduced tear thrombospondin-1/matrix metalloproteinase-9 ratio can aid in detecting Sjögren's syndrome etiology in patients with dry eye
Quelle: Clin Transl Sci 2022; May 24 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1111/cts.13316

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.