Sicker­kis­sen­mor­pho­lo­gie nach XEN- versus Preserflo-Implantation

Befunde der Vorderabschnitts-OCT helfen prognostisch weiter

7. Juni 2022

ROM (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung gezeigt haben, erlaubt eine post­ope­ra­ti­ve ultra­struk­tu­rel­le Darstel­lung der Morpho­lo­gie eines Sicker­kis­sens (Siki) mithil­fe der Vorder­ab­schnitts-OCT (AS-OCT) nach mini­mal­in­va­si­ven antig­lau­kom­a­tö­sen Eingrif­fen (MIGS) eine prognos­ti­sche Einschät­zung des Opera­ti­ons­er­fol­ges, einschließ­lich der Filtra­ti­ons­ka­pa­zi­tät sowie der Notwen­dig­keit einer Revisionsintervention.

In ihre retro­spek­ti­ve Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler insge­samt 58 Pati­en­ten mit Offen­win­kel­glau­kom ein, bei denen in jeweils 29 Fällen ein XEN-45-Gels­tent ab inter­no oder ein Preser­flo-Mikro­sh­unt ab exter­no subkonjunktival/subtenonal mit Mitomycin‑C implan­tiert wurde. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die Befun­de, die 24 Stun­den, 1 Woche, 1 Monat, 3 Monate sowie 6 Monate post­ope­ra­tiv erho­ben wurden. Bei jeder Kontrol­le wurden die morpho­lo­gi­schen Verän­de­run­gen des Siki sowie der Augen­in­nen­druck (IOD) evalu­iert und verglichen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich bei allen Nach­un­ter­su­chun­gen eine signi­fi­kan­te Reduk­ti­on des IOD beider Grup­pen zeigte (XEN um 7,9 mmHg final; Preser­flo um 9,1 mmHg final; beide p<0,0001). Unmit­tel­bar nach der opera­ti­ven Maßnah­me stell­te sich in der XEN-Gruppe als häufigs­te Siki-Morpho­lo­gie ein subkon­junk­ti­val sepa­rier­ter Typ (42%) dar, gefolgt vom unifor­men Typ (34%) mit einer Trend­um­kehr bei der letz­ten 6‑Mo­nats-Kontrol­le (unifor­mer Typ 51%).

Demge­gen­über trat in der Preser­flo-Gruppe anfangs über­wie­gend eine Siki-Morpho­lo­gie mit multi­plen inne­ren Schich­ten auf (55%), die eine Tendenz zur Verrin­ge­rung im Laufe der Zeit aufwie­sen, und später in den mikro­zys­ti­schen multi­for­men Typ über­gin­gen, dessen Prozent­satz sich während des Studi­en­zeit­raums stei­ger­te (17% am Tag 1 gegen­über 44% im Monat 6).

Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass der unifor­me Typ mit einem poste­rio­ren episklera­len Flüs­sig­keits-See (PEF) asso­zi­iert war. Zudem nahmen die hori­zon­ta­len und die verti­ka­len Durch­mes­ser der Siki beider Grup­pen im Verlauf stetig zu.

(tt)

Autoren: Gambini G et al.
Korrespondenz: Matteo Mario Carla; mm.carla94@gmail.com
Studie: Anterior Segment-Optical Coherence Tomography Bleb Morphology Comparison in Minimally Invasive Glaucoma Surgery: XEN Gel Stent vs. PreserFlo MicroShunt
Quelle: Diagnostics (Basel) 2022; May 17;12(5):1250.
Web: dx.doi.org/10.3390/diagnostics12051250

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