Serpi­gi­nö­se Choro­idi­tis der Makula

An eine latente Tuberkuloseinfektion sollte gedacht werden

18. Februar 2022

CHENNAI (Bier­mann) – Bei der maku­lä­ren serpi­gi­nö­sen Choro­idi­tis (MSC) handelt es sich um eine rezi­di­vie­ren­de Entzün­dung der Chorio­ca­pil­la­ris, der Ader­haut und des Pigmen­t­epi­thels, die zunächst unila­te­ral beginnt. Die histo­lo­gi­schen Befun­de weisen auf eine auto­im­mu­ne Genese, während auch eine laten­te Tuber­ku­lo­se nach­ge­wie­sen werden kann, über­wie­gend in Ende­mie­ge­bie­ten. Die Autoren einer aktu­el­len Arbeit empfeh­len wegen der frühen Betei­li­gung der Makula eine Kombi­na­ti­ons­the­ra­pie mit intra­ve­nö­sem Methyl­p­redn­iso­lon, Corti­cos­te­ro­iden, Immun­sup­pres­si­va sowie Antituberkulotika.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten im Zeit­raum 2015 bis 2019 retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen in einem Schwer­punkt­kran­ken­haus zu 14 Pati­en­ten (16 Augen) mit MSC (Durch­schnitts­al­ter 33,0±13 Jahre; 64% Männer). Die Forscher ermit­tel­ten bei Erst­vor­stel­lung einen mitt­le­ren Visus von 0,43±0,46 logMAR (dezi­mal 0,4), der sich bei der letz­ten Kontrol­le auf 0,16±0,28 logMAR (dezi­mal 0,6–0,8) verbes­ser­te. Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 18±10 Monate.

Die Exper­ten stell­ten fest, dass beim ersten Besuch bei 13 Augen (81,3%) eine aktive Läsion vorlag. Der intra­ku­ta­ne Tuber­ku­lin­test (Mendel-Mantoux) zeigte bei 7 Pati­en­ten (50%) und der immu­no­lo­gi­sche Test (Quan­ti­fe­ron-Tb-Gold) bei 10 Pati­en­ten (71%) ein posi­ti­ves Ergeb­nis. Mithil­fe der hoch­auf­lö­sen­den CT-Unter­su­chung des Thorax stell­te sich bei 7 Pati­en­ten (50%) eine laten­te Tuber­ku­lo­se dar.

Des Weite­ren konsta­tier­te die Arbeits­grup­pe, dass alle Pati­en­ten mit oralen Corti­cos­te­ro­iden behan­delt wurden. Zusätz­lich erhiel­ten 11 Pati­en­ten Immun­sup­pres­si­va und 9 Pati­en­ten zusätz­lich Anti­tu­ber­ku­lo­ti­ka. Die Ophthal­mo­lo­gen beob­ach­te­ten zudem, dass sich bei 8 Augen (50%) ein Rezi­div im Mittel nach 14±14 Mona­ten (Bereich 3–36 Monate) entwi­ckel­te, sodass die Thera­pie indi­vi­du­ell erneut begon­nen wurde.

Zum Zeit­punkt der letz­ten Kontrol­le spra­chen alle Augen gut auf die Thera­pie an und wiesen inak­ti­ve Läsio­nen auf. Beim Vergleich des fina­len mit dem initia­len Visus ergab sich bei 6 Augen (38%) eine Verbes­se­rung, bei 9 (56%) keine Verän­de­rung und bei 1 Auge (6%) eine Verschlechterung.

(tt)

Autoren: Madaan S et al.
Korrespondenz: Jyotirmay Biswas; drjb@snmail.org
Studie: Clinical profile, multimodal imaging, and treatment response in macular serpiginous choroiditis
Quelle: Indian J Ophthalmol 2022; Feb;70(2):435-441.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_2140_21

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