Schwe­re Sehbe­hin­de­rung und Blind­heit bei Kindern

Ophthalmologische Untersuchung vor der Einschulung ist essenziell

23. August 2021

BENGALURU (Bier­mann) – Die Autoren einer aktu­el­len Studie aus Indien haben gezeigt, dass eine vermeid­ba­re Blind­heit nach wie vor besorg­nis­er­re­gend häufig auftritt. Die Forschen­den beto­nen, dass Kinder sich vor der Einschu­lung in Blin­den­schu­len einer ophthal­mo­lo­gi­schen Unter­su­chung unter­zie­hen soll­ten, um Inklu­si­ons- und Exklu­si­ons­feh­ler zu vermeiden.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 178 Kinder mit Sehbe­hin­de­rung oder Blind­heit aus 4 Blin­den­schu­len in Bengal­u­ru (Karnataka, Südin­di­en) in die Quer­schnitts­stu­die auf. Die Exper­ten führ­ten eine ausführ­li­che ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung durch, und verwen­de­ten zur Daten­er­he­bung das Form­blatt für Sehbe­hin­de­rung des Program­mes zur Vorbeu­gung von Blind­heit der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO).

Um den Bildungs­stand von Kindern mit einer Sehbe­hin­de­rung von ≥40% (best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe ≤6/24 im besse­ren Auge), die keine Blin­den­schu­le besuch­ten, zu ermit­teln, erho­ben sie tele­fo­nisch die erfor­der­li­chen Daten. Die Tele­fon­num­mern wurden von der Abtei­lung für Low-Vision der Augen­kli­nik Nara­ya­na Nethralaya in Bengal­u­ru (Karnataka, Indien) vermittelt.

Die Forscher stell­ten fest, dass die Haupt­ur­sa­che für Blind­heit eine Erkran­kung des Sehnervs (31%) war, gefolgt von der Netz­haut (24%), der Horn­haut (23%) sowie einer Erkran­kung des komplet­ten Bulbus (22%). Des Weite­ren fanden sie heraus, dass eine vermeid­ba­re Blind­heit bei 35,42% der Kinder vorlag.

Darüber hinaus zeigte sich, dass 13% der Kinder ohne Sehbe­hin­de­rung fälsch­lich in einer Blin­den­schu­le einge­schrie­ben waren.

Die Ophthal­mo­lo­gen kontak­tier­ten 92 Kinder mit einer Sehbe­hin­de­rung von ≥40%, von denen 78 (84,78%) eine Regel­schu­le besuch­ten, in der keine spezi­ell ausge­bil­de­ten Lehrer für Sehbe­hin­de­rung unterrichteten.

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend, dass, obgleich eine inte­grier­te Bildung für Kinder mit Sehbe­hin­de­rung grund­sätz­lich einen guten Ansatz darstel­le, sie doch Lehr­kräf­te erfor­de­re, die spezi­ell für Sehbehinderung/Blindheit geschult sein soll­ten. Die Bildung für Sehbe­hin­der­te in Indien müsse grund­le­gend refor­miert werden.

(tt)

Autoren: Kemmanu V et al.
Korrespondenz: Vasudha Kemmanu; vasudhakemmanu@gmail.com
Studie: Clinical profile and error of inclusion and exclusion in schools for the blind in Bangalore and a review of literature
Quelle: Indian J Ophthalmol 2021; Aug;69(8):2027-2032.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_3725_20

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