Schwe­re nicht­fi­bro­ti­sche proli­fe­ra­ti­ve Diabe­ti­sche Retinopathie

Präventive Vitrektomie verhindert schwerwiegende Komplikationen

10. August 2022

LIVERPOOL (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung berich­ten, kann mithil­fe einer frühen, präemp­ti­ven Vitrek­to­mie bei Hoch­ri­si­ko­pa­ti­en­ten mit schwe­rer, nicht­fi­bro­ti­scher, proli­fe­ra­ti­ver Diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie (PDR) die Funk­ti­on stabi­li­siert und einer Progres­si­on entge­gen­ge­wirkt werden.

In ihre retro­spek­ti­ve, multi­zen­tri­sche, beob­ach­ten­de Pilot­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 20 Pati­en­ten (mitt­le­res Alter 39±14 Jahre; 15 Typ-1-Diabe­ti­ker [75%]) mit nicht­fi­bro­ti­scher PDR ein, bei denen groß­flä­chi­ge, aktive Neovasku­la­ri­sa­tio­nen persis­tier­ten, obwohl panre­ti­na­le Photo­ko­agu­la­tio­nen bislang erfolgt waren. Infol­ge­des­sen wurde beim Gesamt­kol­lek­tiv eine prophy­lak­ti­sche Vitrek­to­mie zur Vermei­dung von trak­ti­vem Gewebe durchgeführt.

Bei allen Pati­en­ten hatte das Part­ner­au­ge bereits einen Visus­ver­lust erlit­ten, trotz­dem aufgrund trak­ti­ons­be­ding­ter Kompli­ka­tio­nen vitrek­to­miert worden war.

Die Arbeits­grup­pe legte als primä­ren Endpunkt die Sehschär­fe (VA) zum Zeit­punkt der Abschluss­kon­trol­le – im Median nach 24 Mona­ten post­ope­ra­tiv — fest.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich die media­ne VA von 0,67 dezi­mal (20/30 Snel­len-Frak­ti­on) zu Studi­en­be­ginn bei der fina­len Kontrol­le stabil auf diesem Niveau hielt (0,7 dezi­mal; 20/28 Snel­len-Frak­ti­on). Des Weite­ren beob­ach­te­ten die Reti­no­lo­gen, dass sich bei 8 Augen (40,0%) eine post­ope­ra­ti­ve Glas­kör­per­blu­tung entwi­ckel­te, weswe­gen in 4 Fällen eine Glas­kör­per­spü­lung erfor­der­lich war. Demge­gen­über zeigte sich bei keinem Auge eine post­ope­ra­ti­ve Abla­tio. Darüber hinaus konsta­tier­ten die Exper­ten, dass sich das Studi­en­au­ge zu allen Zeit­punk­ten (bis auf die 1‑Mo­nats-Kontrol­le) als das funk­tio­nell besse­re Auge im Vergleich zum Part­ner­au­ge erwies. Zudem trat bei allen Augen eine Verbes­se­rung auf der ETDRS-Schwe­re­grad-Skala auf.

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend, dass weite­re Studi­en mit einer größe­ren Anzahl an Pati­en­ten sowie einer länge­ren Nach­be­ob­ach­tungs­zeit notwen­dig sind, um die Studi­en­ergeb­nis­se zu validieren.

(tt)

Autoren: Tan SZ et al.
Korrespondenz: Shi Zhuan Tan; shizhuan@gmail.com
Studie: Safety and effectiveness of pre-emptive diabetic vitrectomy in patients with severe, non-fibrotic retinal neovascularisation despite panretinal photocoagulation
Quelle: Eye (Lond) 2022; Jul 21 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1038/s41433-022-02167-3

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.