Schwe­re COVID-19-Erkrankung

Befunde des hinteren Augenabschnittes sind nicht selten

12. April 2022

MEXIKO-STADT (Bier­mann) – Den Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung zufol­ge entwi­ckeln viele Pati­en­ten, die an einer schwe­ren SARS-CoV-2-Infek­ti­on erkrankt sind, reti­na­le Verän­de­run­gen am hinte­ren Pol, insbe­son­de­re Opti­kus­neu­riti­den und mikro- sowie makro­vasku­lä­re Gefäßokklusionen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 117 Pati­en­ten (medi­a­nes Alter 54 Jahre [Bereich 45–63 Jahre]; 74 Männer) mit schwe­rer COVID-19-Erkran­kung in ihre mono­zen­tri­sche Quer­schnitts­stu­die ein, bei denen ein Aufent­halt auf der Inten­siv­sta­ti­on des größ­ten Schwer­punkt­kran­ken­hau­ses für COVID-19-Erkrank­te in Mexiko-Stadt (Mexiko) erfor­der­lich war.

Die Arbeits­grup­pe führte eine ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung des Fundus der Pati­en­ten mithil­fe eines indi­rek­ten Kopf-Ophthal­mo­skops (am Kran­ken­bett) durch, und foto­gra­fier­te die Befun­de mittels einer Hinter­ab­schnitts­ka­me­ra. Zusätz­lich über­prüf­te die Gruppe die Asso­zia­tio­nen zwischen den okulä­ren Mani­fes­ta­tio­nen und demo­gra­fi­schen Merk­ma­len, Entzün­dungs­mar­kern, hämo­dy­na­mi­schen Fakto­ren sowie Komorbiditäten.

Die Forscher stell­ten fest, dass 42 der 117 Pati­en­ten ophthal­mo­lo­gi­sche Verän­de­run­gen (23 unila­te­ral, 19 bila­te­ral) aufwie­sen, von denen 10 Pati­en­ten ≥1 Befund zeigten.

Die Ophthal­mo­lo­gen ermit­tel­ten folgen­de Augen­be­fun­de: Papil­lit­i­den (n=13), Cotton-Wool-Herde (n=12), reti­na­le Blutun­gen (n=5), Ödeme der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (n=8), Maku­la­ö­de­me durch arte­ri­el­le Gefäß­ver­schlüs­se (n=5), Tortuo­si­tas der Gefäße (n=4), Papil­lo­ph­le­bi­tis (n=3), reti­na­ler Zentral­ve­nen­ver­schluss (n=1) sowie reti­na­ler Venen­ast­ver­schluss (n=1).

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Exper­ten, dass die okulä­ren Befun­de weder mit demo­gra­fi­schen Para­me­tern noch mit Entzün­dungs­mar­kern, hämo­dy­na­mi­schen Fakto­ren oder Komor­bi­di­tä­ten asso­zi­iert waren.

Die Autoren empfeh­len abschlie­ßend bei diesem Pati­en­ten­kol­lek­tiv eine engma­schi­ge und lang­fris­ti­ge Über­wa­chung, vor allem des hinte­ren Augen­ab­schnit­tes, durch­zu­füh­ren, um perma­nen­te Folge­schä­den zu vermeiden.

(tt)

Autoren: Romero-Castro RM et al.
Korrespondenz: Rosa M Romero-Castro; rromerocastro@yahoo.com
Studie: Posterior Segment Ocular Findings in Critically Ill Patients with COVID-19
Quelle: Retina 2022; Apr 1;42(4):628-633.
Web: dx.doi.org/10.1097/IAE.0000000000003457

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