Scheim­pflug-Densi­to­me­trie

Hornhauttrübung nach Cross-Linking bei Keratokonus korreliert nicht mit wichtigen Endpunkten

9. November 2020

TEANECK (Bier­mann) – Die mit der tran­s­epi­the­lia­len Horn­haut­kol­la­gen­ver­net­zung (TECXL) asso­zi­ier­te Horn­haut­trü­bung (Haze) korre­liert nicht mit den post­ope­ra­ti­ven Visus- oder den Topo­gra­phie­er­geb­nis­sen ein Jahr postoperativ.

US-ameri­ka­ni­sche Wissen­schaft­ler führ­ten eine Studie durch, um den Haze zu quan­ti­fi­zie­ren und den post­ope­ra­ti­ven zeit­li­chen Verlauf der Trübung nach TECXL bei Pati­en­ten mit Kera­to­ko­nus zu analysieren.

Bei den an der Studie teil­neh­men­den Pati­en­ten wurde ein TECXL durch­ge­führt. Nach Rando­mi­sie­rung erhielt eine Gruppe während der UV-Expo­si­ti­on jede Minute intra­ope­ra­tiv Ribo­fla­vin 0,10%, die andere Gruppe alle 2 Minu­ten Ribo­fla­vin 0,10%.

Man führte präope­ra­tiv eine Scheim­pflug-Densi­to­me­trie durch, ebenso wie nach 1, 3, 6 und 12 Monate, um den post­ope­ra­ti­ven zeit­li­chen Verlauf zu beur­tei­len. Densi­to­me­trie-Messun­gen wurden zusätz­lich mit den Ergeb­nis­sen des Visus, der Pachy­me­trie und der Topo­gra­phie korreliert.

Die Studi­en­au­toren analy­sier­ten 59 Augen von 43 Pati­en­ten mit Kera­to­ko­nus. Die mitt­le­re präope­ra­ti­ve Horn­haut­den­si­to­me­trie-Messung betrug 20,45 ± 2,79. Die mitt­le­re Densit­ro­me­trie stieg nach einem Monat post­ope­ra­tiv auf 22,58 ± 3,79 (p<0,001) an. Zwischen dem 1. und dem 3. Monat ergab sich keine signi­fi­kan­te Ände­rung (22,64 ± 3,79 Graysca­le Units [GSU]; p=0,8). Zwischen dem 3. und dem 12. Monat verbes­ser­te sich die Densi­to­me­trie-Werte signi­fi­kant (Mittel 6: 21,59 ± 3,39; p=0,002; Mittel 12: 20,80 ± 3,27; p=0,002). Es ließ sich kein signi­fi­kan­ter Unter­schied zwischen den Densi­to­me­trie-Werten präope­ra­tiv und 1 Jahr post­ope­ra­tiv fest­stel­len (p=0,21). Ebenso gab es keinen signi­fi­kan­ten Unter­schied zwischen den Unter­grup­pen mit 1 Minute bzw. 2 Minu­ten Riboflavin.

Darüber hinaus korre­lier­te die Densi­to­me­trie weder 3 Mona­ten noch 1 Jahr nach Cross-Linking mit dem unkor­ri­gier­ten Fern­vi­sus (p=0,4), mit dem korri­gier­ten Fern­vi­sus (p=0,1) oder den maxi­ma­len Kerato­me­trie­wer­ten (p=0,5).

Nach TECXL, so fassen die Autoren zusam­men, nimmt der Haze bis zu 1 Monat nach dem Eingriff leicht zu, bleibt zwischen dem 1. und 3. Monat auf einem Plateau und kehrt zwischen dem 3. und 12. Monat wieder zum Ausgangs­wert zurück. Die Horn­haut­trü­bung war in dieser Studie substan­zi­ell gerin­ger als in frühe­ren Studi­en über das Stan­dard-Cross-Linking berich­tet wurde.

(tt)

Autoren: J Lai M et al.
Korrespondenz: Peter Hersh; phersh@vision-institute.com
Studientitel: Corneal Haze After Transepithelial Collagen Cross-linking for Keratoconus: A Scheimpflug Densitometry Analysis
Quelle: Cornea 2020;39(9):1117-1121.
Web: dx.doi.org/10.1097/ICO.0000000000002334 

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