SARS-CoV2

Hornhautveränderungen als Zeichen einer neuroinflammatorischen Beteiligung

1. August 2022

PÉCS (Bier­mann) – Auch wenn ophthal­mo­sko­pisch keine Verän­de­run­gen sicht­bar sind, können doch zellu­lä­re und ultra­struk­tu­rel­le Horn­haut­ver­än­de­run­gen ein Hinweis auf neuro­in­flamma­to­ri­sche Folgen einer COVID-19-Erkran­kung sein.
Zu diesem Ergeb­nis kam eine Studie, in der 30 Pati­en­ten nach einer weni­ger schwe­ren akuten Infek­ti­on mit SARS-CoV‑2 unter­sucht und mit 41 Pati­en­ten einer alters­an­ge­pass­ten Kontroll­grup­pe vergli­chen wurden.
Bei allen einge­schlos­se­nen Pati­en­ten wurden mittels in-vivo-konfo­ka­ler Mikro­sko­pie (Heidel­berg Retina Tomo­graph II) die Horn­haut­zell­schich­ten und die subba­sa­len Nerven­fa­ser­schich­ten unter­sucht. Die Analy­se von basa­len epithe­lia­len, ante­rio­ren und poste­rio­ren Stroma-Kera­to­zy­ten erfolg­te semi­au­to­ma­tisch. Die Endo­thel­zell­dich­te wurde gemes­sen, die Dichte der dendri­ti­schen Zellen (DC) ermit­telt und die Morpho­lo­gie des subba­sa­len Nerven­ple­xus analysiert.
Die poste­rio­re Dichte der stroma­len Kera­to­zy­ten war bei Pati­en­ten nach einer SARS-CoV-2-Infek­ti­on signi­fi­kant gerin­ger ( P = 0,0006). Die DC-Dichte erwies sich in der zentra­len Horn­haut nach SARS-CoV-2-Infek­ti­on als signi­fi­kant höher als in der Kontroll­grup­pe ( P = 0,0004). Ein signi­fi­kan­ter Unter­schied fand sich zwischen den beiden Grul­len im DC-Areal ( P < 0,0001). Bei Pati­en­ten nach SARS-CoV-2-Infek­ti­on fand sich im Vergleich zu nicht erkrank­ten Kontroll­per­so­nen auch eine signi­fi­kan­te Verän­de­rung der subba­sa­len Nerven­fa­ser­mor­pho­lo­gie. (ak)

Autoren: Kolkedi Z et al.
Korrespondenz: szalai.eszter@pte.hu
Studie: Corneal Cellular and Neuroinflammatory Changes After SARS-CoV-2 Infection
Quelle: Cornea. 2022 Jul 1;41(7):879-885.
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000003018

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.