SARS-CoV‑2

RNA des Coronavirus im menschlichen Hornhautgewebe nicht nachweisbar

13. März 2021

TÜBINGEN (Bier­mann) —  Eine weite­re deut­sche Studie ging der Frage nach, inwie­fern das Corona-Virus durch Augen­ge­we­be über­tra­gen werden könnte. Augen­ärz­te der Univer­si­täts­kli­nik Tübin­gen führ­ten am cornea­len Stroma und Horn­hau­tendo­thel, bulbä­rer Konjunk­ti­va, Binde­haut­ab­stri­chen, Vorder­kam­mer­flüs­sig­keit und Horn­hau­t­epi­thel von insge­samt 10 Bulbi von post­mor­ta­len Spen­dern eine Rever­se-Tran­skrip­ti­ons-PCR (qRT-PCR) auf SARS-CoV2-RNA durch.

Die Bulbi wurden fünf an Atem­in­suf­fi­zi­enz verstor­be­nen Covid-19-Pati­en­ten entnom­men, bei denen SARS-CoV‑2 mittels pharyn­gealem Abstrich und bron­cho­alveo­lä­rer Lavage nach­ge­wie­sen worden war. Die Unter­su­chung der Gewebe erfolg­te unter Einsatz von entspre­chen­der persön­li­cher Schutz­aus­rüs­tung und unter spezi­el­len Schutz­maß­nah­men. Mittels qRT-PCR konnte in den entnom­me­nen Gewe­ben und Proben keine SARS-CoV2-RNA nach­ge­wie­sen werden.
Es sei davon auszu­ge­hen, so die Autoren, dass die Gefahr einer SARS-Cov2-Infek­ti­on bei Verwen­dung von Horn­haut- oder Binde­haut­ge­we­be sehr gering sei. Weite­re Studi­en mit einer höhe­ren Anzahl von COVID-19-Pati­en­ten seien jedoch notwen­dig, um diese Ergeb­nis­se zu bestä­ti­gen. Dies könne unter ande­rem auch für Horn­haut­spen­den und Horn­haut­trans­plan­ta­tio­nen von großer Wich­tig­keit sein.

(ak)

Autoren: Bayyoud T et al.
Korrespondenz: tarek.bayyoud@med.uni-tuebingen.de
Studie: Absence of Severe Acute Respiratory Syndrome-Coronavirus-2 RNA in Human Corneal Tissues
Quelle: Cornea. 2021 Mar 1;40(3):342-347.
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002479

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