SARS-CoV-2-Infek­ti­on

Retinale Mikrovaskulatur weist signifikante Veränderungen auf

7. Juni 2022

AFYONKARAHISAR (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass bei Pati­en­ten nach über­stan­de­ner COVID-19-Erkran­kung signi­fi­kan­te Verän­de­run­gen der reti­na­len Gefäß­dich­te (VD), der fovea­len avasku­lä­ren Zone (FAZ) sowie des Blut­flus­ses der äuße­ren Netz­haut und der Chorio­ka­pil­la­ris vorlie­gen. Laut den Verfas­sern der Arbeit könn­ten diese Befun­de einer Reihe von patho­ge­nen Mecha­nis­men zuge­schrie­ben werden, die zu einer SARS-CoV-2-Infek­ti­on führen, darun­ter eine throm­bo­ti­sche Mikro­an­gio­pa­thie und eine Beein­träch­ti­gung des Angio­ten­sin Conver­ting Enzym 2.

In ihre Quer­schnitts­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 32 asym­pto­ma­ti­sche Pati­en­ten (64 Augen; mitt­le­res Alter 49,60±13,5 Jahre; Gruppe 1), die an COVID-19 erkrankt und seit ≥1 Monat gene­sen waren, sowie 33 in Bezug auf Alter und Geschlecht sich entspre­chen­de Kontroll­per­so­nen (66 Augen; Gruppe 2) ohne SARS-CoV-2-Infek­ti­ons­ana­mne­se ein.

Eine posi­ti­ve Rever­se-Tran­skrip­ta­se-Poly­me­ra­se-Ketten­re­ak­ti­on aus einem Nasopha­rynx­ab­strich veri­fi­zier­te die Diagno­sen. Die Arbeits­grup­pe bewer­te­te und verglich die Aufnah­men der OCT-Angio­gra­phie beider Gruppen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass Gruppe 1 im Vergleich zur Gruppe 2 eine signi­fi­kant gerin­ge­re VD des gesam­ten (p=0,011), des fovea­len (p=0,014), des para­fovea­len (p=0,011) sowie des perif­ovea­len (p=0,002) ober­fläch­li­chen Kapil­lar­ple­xus (SCP) aufwies. Die VD des fovea­len tiefen Kapil­lar­ple­xus stell­te sich in Gruppe 1 (DCP; p=0,009) zwar ebenso signi­fi­kant nied­ri­ger als in Gruppe 2 dar, aber die Unter­schie­de der VD des gesam­ten (p=0,177), des para­fovea­len (p=0,153) und des perif­ovea­len (p=0,176) DCP beider Grup­pen erreich­ten keine Signifikanz.

Des Weite­ren zeig­ten sich die FAZ-Fläche (p=0,019) sowie die fovea­le VD inner­halb einer 300 µm brei­ten Zone um die FAZ herum (FD-300; p=0,035) in Gruppe 1 als signi­fi­kant größer sowie gestei­ger­ter im Vergleich zur Gruppe 2, indes sich der FAZ-Umfang nicht signi­fi­kant unter­schied (p=0,054). Zudem stell­ten die Exper­ten in Gruppe 1 einen signi­fi­kant gerin­ge­ren Blut­fluss in den äuße­ren Netz­haut­schich­ten (p=0,03) und in der Chorio­ka­pil­la­ris (p=0,00) gegen­über Gruppe 2 fest.

(tt)

Autoren: Erogul O et al.
Korrespondenz: Hamidu Hamisi Gobeka; hgobeka@gmail.com
Studie: Retinal microvascular morphology versus COVID-19: What to anticipate?
Quelle: Photodiagnosis Photodyn Ther 2022; May 18;102920.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.pdpdt.2022.102920

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