Sarko­ido­se-beding­te Uveitis

Visusergebnis ist besser als bei anderen nichtinfektösen Ursachen

10. März 2022

LONDON (Bier­mann) – Die Sarko­ido­se stellt eine Multi­sys­tem­er­kran­kung multi­fak­to­ri­el­ler Genese dar. Die okulä­re Form ist die häufigs­te extra­pul­mo­na­le Mani­fes­ta­ti­on, bei der ein sehr varia­bles Bild an Inflamma­ti­on in allen Abschnit­ten des Auges auftre­ten kann. Die Autoren einer aktu­el­len Studie aus Groß­bri­tan­ni­en haben nun gezeigt, dass Pati­en­ten mit Sarko­ido­se-beding­ter Uvei­tis besse­re Visus­er­geb­nis­se verzeich­nen und weni­ger wahr­schein­lich eine Zweit­li­ni­en-Medi­ka­ti­on mit Immun­sup­pres­si­va benö­ti­gen als Pati­en­ten mit nicht­in­fek­tiö­ser Uvei­tis (NIU) ande­rer Genese.

In ihre retro­spek­ti­ve Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 287 Augen mit Sarko­ido­se-beding­ter NIU sowie 1517 Augen mit NIU verschie­de­ner Ursa­chen ein. Die Nach­be­ob­ach­tungs­zeit lag bei 15.029 Augen­jah­ren. Die Uvei­ti­s­pa­ti­en­ten mit Sarko­ido­se (66,2% Frauen) stell­ten sich im Alter von 43,1±0,8 Jahren erst­ma­lig vor.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass als häufigs­ter Befund der okulä­ren Sarko­ido­se eine Panu­vei­tis (48,3%) vorlag, und dass 90,1% der Pati­en­ten eine bila­te­ra­le Betei­li­gung aufwiesen.

Des Weite­ren stell­ten die Uvei­tis-Spezia­lis­ten fest, dass 19 Augen (6,6%) einen mittel­schwe­ren Visus­ver­lust auf ≤20/50 Snel­len-Frak­ti­on (≤0,4 dezi­mal) entwi­ckel­ten, während es bei 13 Augen (4,5%) zu einem schwe­ren Verlust auf ≤20/200 Snel­len-Frak­ti­on (≤0,1 dezi­mal) kam.

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Exper­ten, dass die Pati­en­ten mit NIU durch Sarko­ido­se besse­re Visus­be­fun­de zeig­ten als dieje­ni­gen mit NIU ande­rer Genese. Die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe nach 10 Jahren betrug bei ante­rio­rer Uvei­tis 0,06 gegen­über 0,24p logMAR (1,0 vs. 0,5 dezi­mal; p=0,002) und bei poste­rio­rer Uvei­tis 0,17 gegen­über 0,38p logMAR (0,63 vs. 0,4 dezi­mal; p=0,001).

Eine Thera­pie mit oralen Corti­cos­te­ro­iden wurde häufi­ger bei sarko­ider Uvei­tis im Vergleich zu ätio­lo­gisch ande­rer NIU ordi­niert (Uvei­tis ante­rior in 45,9% vs. 16,4% der Fälle; p<0,0005; Uvei­tis poste­rior bei 64,0% vs. 61,7% der Pati­en­ten; p=0,635), während immun­sup­pres­si­ve Wirk­stof­fe selte­ner zum Einsatz kamen (p=0,008).

(tt)

Autoren: Niederer RL et al.
Korrespondenz: Rachael L Niederer; dr_rachnz@yahoo.co.nz
Studie: Uveitis in Sarcoidosis - Clinical Features and Comparison with Other Non-infectious Uveitis
Quelle: Ocul Immunol Inflamm 2022; Feb 24;1-7.
Web: dx.doi.org/10.1080/09273948.2022.2032189

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