Röteln­vi­rus-asso­zi­ier­te Uveitis

Kammerwasseranalyse ist essenziell

5. April 2022

PARIS (Bier­mann) – Die Röteln­vi­rus-asso­zi­ier­te Uvei­tis (RVAU) präsen­tiert sich klas­si­scher­wei­se mit den klini­schen Befun­den eines Fuchs-Uvei­tis-Syndroms (FUS). Da das klini­sche Erschei­nungs­bild jedoch sehr pleo­morph sein kann, ist die viro­lo­gi­sche Kammer­was­ser­ana­ly­se uner­läss­lich, um die Diagno­se einer RVAU zu veri­fi­zie­ren und eine geeig­ne­te Thera­pie einzu­lei­ten. So lautet das Fazit der Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung aus Frankreich.

Die Wissen­schaft­ler nahmen retro­spek­tiv im Zeit­raum Januar 2014 bis Dezem­ber 2019 insge­samt 13 Pati­en­ten mit ante­rio­rer Uvei­tis in ihre retro­spek­ti­ve Studie auf, die im Kammer­was­ser­punk­tat mithil­fe der Rever­se-Tran­skrip­ta­se-Poly­me­ra­se-Ketten­re­ak­ti­on (RT-PCR) posi­tiv auf RV getes­tet wurden und/oder bei denen eine intrao­ku­lä­re Synthe­se von RV-IgG nach­ge­wie­sen wurde. Die Arbeits­grup­pe verglich die RV-IgG-Titer aus Kammer­was­ser und Serum der Pati­en­ten mit ande­ren virus­spe­zi­fi­schen IgG-Titern (Vari­zel­la-Zoster-Virus [VZV] und/oder Cyto­me­ga­lie-Virus [CMV] und/oder Herpes-Simplex-Virus‑1[HSV‑1]) und bestimm­te den Gold­mann-Witmer-Koef­fi­zi­en­ten (GWC; Anti­kör­per­nach­weis im Serum und Kammer­was­ser >3 intrao­ku­lä­re Produktion).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei allen 13 Pati­en­ten eine signi­fi­kan­te intrao­ku­lä­re Produk­ti­on von RV-IgG nach­weis­bar war (media­ner GWC 9,5 [Bereich 3,2–100]). Demge­gen­über detek­tier­ten die Uvei­tis-Spezia­lis­ten bei einzig 1 Pati­en­ten RV-RNA, während die ande­ren Ergeb­nis­se der RT-PCR für die getes­te­ten Viren (VZV,CMV,HSV‑1) nega­tiv ausfielen.

Des Weite­ren konsta­tier­ten die Exper­ten, dass die mitt­le­re Verzö­ge­rung bis zur Diagno­se der RVAU bei 13±12,6 Jahren lag. Aller­dings zeigte sich, dass der initia­le Befund eines FUS nur bei 3 Pati­en­ten (23%) vorlag. Darüber hinaus stell­ten die Ophthal­mo­lo­gen fest, dass ledig­lich 4 Pati­en­ten geimpft worden waren, und alle erst nach dem empfoh­le­nen Kleinkind-Alter.

Die Autoren vermu­ten abschlie­ßend, dass ein unvoll­stän­di­ger oder fehlen­der Impf­schutz gegen RV mit einer RVAU in Verbin­dung zu stehen scheint, sodass eine voll­stän­di­ge Impfung mögli­cher­wei­se eine RVAU verhin­dern könnte.

(tt)

Autoren: Provost J et al.
Korrespondenz: Antoine Rousseau; antoine.rousseau@aphp.fr
Studie: Rubella virus-associated uveitis: The essentiality of aqueous humor virological analysis
Quelle: Eur J Ophthalmol 2022; Mar 14;11206721221087562
Web: dx.doi.org/10.1177/11206721221087562

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