Riss­be­ding­te Netzhautablösung

Gute Outcomes bei traditioneller und nicht traditioneller pneumatischer Retinopexie

27. Februar 2019

OAKLAND (Bier­mann) – Bei einer primä­ren riss­be­ding­ten Netz­haut­ab­lö­sung resul­tiert eine pneu­ma­ti­sche Reti­n­ope­xie sowohl bei tradi­tio­nel­ler als auch bei nicht tradi­tio­nel­ler Durch­füh­rung in einem erfolg­rei­chen anato­mi­schen und visu­el­len Outco­me, wie eine Studie aus den USA zeigt.

Die retro­spek­ti­ve inter­ven­tio­nel­le Fall­se­rie umfasst 178 Augen (156 Pati­en­ten) mit per pneu­ma­ti­scher Reti­n­ope­xie behan­del­ter primä­rer Netz­haut­ab­lö­sung. Die Eingrif­fe wurden von 2001 bis 2013 von einem einzel­nen Chir­ur­gen durch­ge­führt. Die Pati­en­ten wurden ≥ 1 Jahr nach­be­ob­ach­tet. Die Kohor­te hatte basie­rend auf präope­ra­ti­ven Charak­te­ris­ti­ka 2 Subgrup­pen: tradi­tio­nel­le und nicht tradi­tio­nel­le pneu­ma­ti­sche Retinopexie.

Die Gruppe mit tradi­tio­nel­ler pneu­ma­ti­scher Reti­n­ope­xie umfass­te Augen, die „ideale“ Kandi­da­ten für den Eingriff waren, mit nur einem einzel­nen Riss in der Retina oder mehre­ren ober­fläch­li­chen Rissen, die auf einen Schä­di­gungs­be­reich von einer Uhrzeit beschränkt waren. Die Gruppe mit nicht tradi­tio­nel­ler pneu­ma­ti­scher Reti­n­ope­xie umfass­te dage­gen Augen mit Charak­te­ris­ti­ka, die tradi­tio­nel­le als ungüns­tig für ein gutes Outco­me gelten, z. B. leich­te Blutun­gen im Glas­kör­per, leich­te proli­fe­ra­ti­ve Vitre­o­re­ti­no­pa­thie, exten­si­ve Gitter­de­ge­ne­ra­ti­on oder Risse in der infe­rio­ren Retina.

Nach 1 Jahr waren 131 von 178 Augen (73,5%) erfolg­reich behan­delt: 72,8% (75/103) in der Subgrup­pe mit tradi­tio­nel­ler pneu­ma­ti­scher Reti­n­ope­xie und 74,6% (56/75) in der Subgrup­pe mit nicht tradi­tio­nel­ler pneu­ma­ti­scher Reti­n­ope­xie. Eine Netz­haut­ab­lö­sung mit Maku­la­be­tei­li­gung (Endvi­sus ‑0,44 logMAR; p<0,001) und die Uhrzei­ten der Netz­haut­ab­lö­sung (-0,84 logMAR; p<0,001) korre­lier­ten mit einem verbes­ser­ten best­kor­ri­gier­ten Visus. Pseu­do­pha­kie (0,26 logMAR; p=0,002) und Risse in der infe­rio­ren Retina (0,62 logMAR; p=0,009) korre­lier­ten dage­gen mit einer Verschlech­te­rung des best­kor­ri­gier­ten Visus. Pseu­do­pha­kie (-0,15; p=0,03), Netz­haut­ab­lö­sung im infe­rio­ren Quadran­ten (-0,27; p<0,001) und proli­fe­ra­ti­ve Vitre­o­re­ti­no­pa­thie (-0,68; p<0,001) korre­lier­ten mit anato­mi­schem Versagen.

Die Gesamt­kos­ten für eine tradi­tio­nel­le pneu­ma­ti­sche Reti­n­ope­xie belie­fen sich im Schnitt auf $1248,37±882,11, während eine nicht tradi­tio­nel­le pneu­ma­ti­sche Reti­n­ope­xie Kosten in Höhe von $1471,91±942,84 verur­sach­te (p=0,10). Im Vergleich zu Cercla­ge und Vitrek­to­mie sei die pneu­ma­ti­sche Reti­n­ope­xie mit poten­zi­el­len Kosten­ein­spa­run­gen in Höhe von 62% bzw. 60,8% verbun­den, wie die Autoren schreiben.

Dass sich die Kosten einer primä­ren pneu­ma­ti­schen Reti­n­ope­xie und der darauf folgen­den Eingrif­fe um einen fina­len anato­mi­schen Erfolg zu erzie­len nicht zwischen tradi­tio­nel­ler und nicht tradi­tio­nel­ler pneu­ma­ti­scher Reti­n­ope­xie unter­schie­den hätten, spre­che dafür, dass erwei­ter­te Indi­ka­tio­nen für eine pneu­ma­ti­scher Reti­n­ope­xie kosten­ef­fek­tiv wären, resü­mie­ren sie.

(nec)

Autoren: Jung JJ et al.
Korrespondenz: East Bay Retina Consultants, Inc., Oakland, CA, USA; jung.jesse@gmail.com
Studie: Anatomic, Visual and Financial Outcomes for Traditional and Nontraditional Primary Pneumatic Retinopexy for Retinal Detachment
Quelle: Am J Ophthalmol. 2019 Jan 23.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2019.01.008

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