Rheg­ma­to­ge­ne Netzhautablösung

PRO-Studie vergleicht Pars-Plana-Vitrektomie ohne versus mit Buckelchirurgie

6. Juni 2020

ST. LOUIS (Bier­mann) – In der Primary-Retinal-Detachment-Outcomes(PRO)-Studie vergli­chen US-ameri­ka­ni­sche Ophthal­mo­lo­gen die Behand­lung der pseu­do­pha­ken rheg­ma­to­ge­nen Netz­haut­ab­lö­sung (RRD) mit Pars-Plana-Vitrek­to­mie (PPV) mit einer PPV mit Buckel­chir­ur­gie (PPV-SB). Der anato­mi­sche Erfolg einer einzel­nen Opera­ti­on (SSAS) wurde als Netz­haut­an­la­ge ohne fort­wäh­ren­de Tampo­na­de und ohne weite­re RRD-Opera­ti­on inner­halb von 90 Tagen defi­niert. Das Ergeb­nis der Studie: Bei pseu­do­pha­ken RRDs war der SSAS bei mit PPV-SB behan­del­ten Pati­en­ten besser als bei PPV allein, während die visu­el­len Ergeb­nis­se für beide Grup­pen ähnlich waren.

Für die multi­zen­tri­sche, retro­spek­ti­ve, inter­ven­tio­nel­le Kohor­ten­stu­die sammel­ten die Studi­en­au­toren die Daten von RRD-Pati­en­ten aus mehre­ren Retina-Praxen in den USA. Sie erstell­ten eine umfang­rei­che, detail­lier­te Daten­bank und analy­sier­ten die anato­mi­schen und visu­el­len Ergeb­nis­se der pseu­do­pha­ken Pati­en­ten mit RRD, die mit PPV oder PPV-SB behan­delt wurden. Augen mit proli­fe­ra­ti­ver Vitre­o­re­ti­no­pa­thie (PVR), ausge­dehn­ten Netz­haut­de­fek­ten, voran­ge­gan­ge­nen inva­si­ven Glau­kom­ope­ra­tio­nen und mit weni­ger als 90 Tagen Follow-up wurden von der Analy­se ausge­schlos­sen. Die Haupt­er­geb­nis­se waren der SSAS und die finale Sehschär­fe (Snel­len).

1158 von 2620 Augen (44%) mit primä­rer RRD waren pseu­do­phak. Insge­samt 1018 Augen hatten eine Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von mehr als 90 Tagen. Nach Anwen­dung der weite­ren Ausschluss­kri­te­ri­en kamen 893 pseu­do­pha­ke Augen für eine Ergeb­nis­ana­ly­se infra­ge. 461 (52%) waren rechte Augen. 606 Pati­en­ten (67%) waren männ­lich mit einem Durch­schnitts­al­ter von 65 ±11 Jahren.

Eine PPV oder eine PPV-SB als erstes Verfah­ren wurde bei 684 (77%) bzw. 209 (23%) Augen durch­ge­führt. Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 388 +161 Tage. Insge­samt wurde der SSAS bei 770 (86%) Augen erreicht. Für PPV betrug der SSAS 84% (577/684) und für PPV-SB 92% (193/209). Der Unter­schied im SSAS zwischen den Behand­lungs­ar­ten war signi­fi­kant (p=0,009).

Bei Augen mit Macula-on-RRD betrug der SSAS 88% bei mit PPV behan­del­ten Augen und 100% bei mit PPV-SB behan­del­ten Augen (p=0,0088). Bei Augen mit Macula-off-RRD betrug der SSAS 81% bei mit PPV behan­del­ten Augen und 89% bei mit PPV-SB behan­del­ten Augen (p=0,029). Der SSAS war größer bei PPV-SB als bei PPV für infe­rio­re (96% vs. 82%) und supe­rio­re (92% vs. 82%) Ablö­sun­gen. Die mitt­le­re finale Sehschär­fe war für PPV (20/47) und PPV-SB (20/46; p=0,805) ähnlich.

(isch)

Autoren: Joseph DP et al.
Korrespondenz: Daniel Joseph, Retina Institute, 2201 South Brentwood Blvd, St. Louis, MO 63144
Studie: Primary Retinal Detachment Outcomes Study (PRO Study): Pseudophakic Retinal Detachment Outcomes-PRO Study Report #3
Quelle: Ophthalmology 2020; May 8.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2020.05.005

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.