Reti­no­pa­thie mit choro­ida­ler Neovaskularisationsmembran

Angiogenese-Index ist als Biomarker geeignet

20. Januar 2022

WENZHOU (Bier­mann) – Die Spie­gel an intrao­ku­lä­ren entzünd­li­chen Zyto­ki­nen diffe­rie­ren in Abhän­gig­keit von den Erkran­kun­gen mit choro­ida­ler Neovasku­la­ri­sa­ti­ons­mem­bran (CNV). Der Angio­ge­ne­se-Index stellt einen sensi­ti­ve­ren Indi­ka­tor für die Angio­ge­ne­se dar als der Spie­gel an inflamma­to­ri­schen Zyto­ki­nen. Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer aktu­el­len Arbeit gekommen.

In ihre Beob­ach­tungs­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 127 thera­pi­e­nai­ve Patienten/Augen mit CNV (neovasku­lä­re AMD [nAMD]=47; poly­po­ida­le choro­ida­le Vaskulo­pa­thie [PCV]=37; myopi­sche CNV [mCNV]= 30; CNV bei Chorio­re­ti­no­pa­thia centra­lis serosa [nCSC]=13) sowie 43 Kontroll­pa­ti­en­ten mit Kata­rakt ein.

Die Arbeits­grup­pe entnahm allen Pati­en­ten vor intra­vit­rea­ler Anti-VEGF-Injek­ti­on oder Kata­rakt­ex­trak­ti­on Kammer­was­ser (AH). Mithil­fe eines Bead-basier­ten-Multi­plex-Immu­nassay bestimm­te die Gruppe VEGF, Inter­leu­kin (IL)-6, IL‑8, IL-10, Inter­fe­ron-indu­zier­ba­res Prote­in 10 (IP-10) sowie Mono­zy­ten-chemotak­ti­sches Prote­in 1 (MCP‑1).

Der Angio­ge­ne­se-Index war defi­niert als das Verhält­nis von IP-10 zu MCP‑1.

Zusätz­lich wurde die Bezie­hung zwischen Zyto­kin­spie­gel und der zentra­len Maku­la­di­cke (CMT) sowie der CNV-Größe (mittels OCT-Angio­gra­phie) bewertet.

Die Forscher ermit­tel­ten (alle Verglei­che mit der Kontroll­grup­pe; Signi­fi­kanz p<0,05), dass die AH-Konzen­tra­tio­nen von VEGF bei allen CNV-Grup­pen signi­fi­kant höher ausfie­len (außer bei der mCNV-Gruppe, p=0,452). Der Spie­gel von IL‑6 war nur in der nCSC-Gruppe signi­fi­kant gestei­gert, ebenso wie der IL-8- Spie­gel in der PCV‑, mCNV- und nCSC-Gruppe. In ähnli­cher Weise waren in der nAMD‑, PCV- und in der mCNV-Gruppe die IL-10- und IP-10-Spie­gel signi­fi­kant erhöht sowie der MCP-1-Spie­gel in der PCV‑, mCNV- und nCSC-Gruppe. Im Vergleich dazu beob­ach­te­ten die Forscher eine signi­fi­kan­te Erhö­hung des Angio­ge­ne­se-Index in allen Gruppen.

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Reti­no­lo­gen, dass eine Asso­zia­ti­on zwischen VEGF-Spie­gel und Größe der CNV bestand (p=0,043). Die Autoren beto­nen jedoch, dass der posi­ti­ve Zusam­men­hang zwischen VEGF und der Größe der CNV eine weite­re Vali­die­rung in zukünf­ti­gen Studi­en erfordert.

(tt)

Autoren: Liu C et al.
Korrespondenz: Liang Hu; liang_hu@live.cn
Studie: Comparison of Intraocular Cytokine Levels of Choroidal Neovascularization Secondary to Different Retinopathies
Quelle: Front Med (Lausanne) 2021; Dec 21;8:783178.
Web: dx.doi.org/10.3389/fmed.2021.783178

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