Reti­nob­las­tom-Rezi­di­ve nach intra­ar­te­ri­el­ler Chemotherapie

Jod-125-Plaque-Strahlentherapie zeigt gute Ergebnisse

4. Januar 2022

PHILADELPHIA (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie schrei­ben, kann die Jod-125(I‑125)-Brachytherapie bei Rezi­di­ven eines Reti­nob­las­toms nach intra­ar­ti­el­ler Chemo­the­ra­pie (IAC), auch in ischä­mi­schen Berei­chen, die einer weite­ren IAC nicht zugäng­lich sind, zu einer 95%-igen Tumor­kon­trol­le führen.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Unter­la­gen zu 41 Pati­en­ten (41 Augen; medi­a­nes Alter 32 Monate) mit einem Rezi­div eines Reti­nob­las­toms, die im Zeit­raum zwischen dem 1. Dezem­ber 2009 bis zum 30. April 2020 mit einem I‑125-Appli­ka­tor nach einer IAC im ophthal­mo­lo­gi­schen Onko­lo­gie-Zentrum des Wills-Eye-Hospi­tal (USA) behan­delt wurden.

Die Indi­ka­ti­on zur Plaque-Strah­len­the­ra­pie wurde gestellt, nach­dem ein Rezi­div eines soli­den Reti­nob­las­toms ± subretinaler/intravitrealer (n=33; 80%), allei­ni­ger subre­ti­na­ler (n=6; 15%) sowie intra­vit­rea­ler (n=2; 5%) Infil­tra­ti­on aufge­tre­ten war.

Der media­ne bestrahl­te, basale Tumor-Durch­mes­ser und die Dicke betru­gen 9 und 4 mm.

Die mitt­le­re Strah­len­do­sis an der Tumor­spit­ze betrug 3,483 cGy (mitt­le­re Abga­be­ra­te 35 cGy/h).

Die Forschen­den stell­ten fest, dass die bestrahl­te Fläche nach der Brachyther­pie bei 39 Augen (95%) nach 20 Mona­ten kontrol­liert war. Dies zeigte sich bei 31 von 33 soli­den Tumo­ren (94%), bei 6 von 6 subre­ti­nal infil­trier­ten Tumo­ren (100%) sowie bei 2 von 2 intra­vit­re­al infil­trier­ten Tumo­ren (100%).

Darüber hinaus beob­ach­te­ten die Tumor­spe­zia­lis­ten, dass von 24 Tumo­ren, die – fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phisch bestä­tigt – inner­halb eines ischä­mi­schen Netz­haut­/A­der­haut-Areals auftra­ten, 22 (92%) kontrol­liert werden konnten.

Zusätz­lich zeig­ten sich mittels der Kaplan-Meier-Analy­se als Strah­len­kom­pli­ka­tio­nen nach 2 Jahren Glas­kör­per­blu­tun­gen (37%), Reti­no­pa­thien (28%), Papil­lo­pa­thien (18%) sowie Kata­rak­te (18%).

5 Augen (12%) muss­ten wegen eines Rezi­divs außer­halb des bestrahl­ten Bereichs, einer chro­ni­schen Glas­kör­per­blu­tung und/oder einer voll­stän­di­gen Abla­tio enukle­iert werden.

Die Autoren empfeh­len aufgrund der häufi­gen Strah­len­kom­pli­ka­tio­nen engma­schi­ge Nachkontrollen.

(tt)

Autoren: Ruben M et al.
Korrespondenz: Carol L Shields; carolshields@gmail.com
Studie: Iodine-125 Plaque Radiotherapy for Retinoblastoma Recurrence Following Intra-arterial Chemotherapy
Quelle: J Pediatr Ophthalmol Strabismus 2021; Dec 20:1-8.
Web: dx.doi.org/10.3928/01913913-20210903-01

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