Reti­na­les und zere­bra­les Amylo­id-Beta bei Morbus Alzheimer

Korrelation ist bereits im Frühstadium gegeben

21. September 2021

LA JOLLA (Bier­mann) – Die Netz­haut und das Gehirn weisen bei Pati­en­ten mit neuro­de­ge­ne­ra­ti­ven Erkran­kun­gen ähnli­che Patho­lo­gien auf. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass die Bild­ge­bung der Netz­haut zum Nach­weis von Amylo­id­ab­la­ge­run­gen mit den Befun­den der Beta-Amylo­id-Posi­tro­nen-Emis­si­ons-Tomo­gra­phie (Aß-PET) des Gehirns korreliert.

Laut den Autoren könnte durch die reti­na­le Bild­ge­bung die Möglich­keit bestehen, auf eine nicht­in­va­si­ve Unter­su­chung der Patho­lo­gie der Alzhei­mer-Krank­heit (AD) zurück­zu­grei­fen, und mögli­cher­wei­se einen Biomar­ker für die präkli­ni­schen Stadi­en der AD und für die Risi­ko­be­wer­tung zu finden.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 4 klinisch gesun­de Perso­nen aus der A4-Studie (Anti-Amylo­id-Treat­ment in Asym­pto­ma­tic Alzheimer´s Dise­a­se), die hohe Spie­gel an Amylo­id in der Aß-PET aufwie­sen, in die Quer­schnitts­stu­die auf. Ebenso schlos­sen sie 4 klinisch gesun­de Perso­nen aus der LEARN-Studie (Longi­tu­di­nal-Evalua­ti­on-of-Amylo­id-Risk-and-Neuro­de­ge­ne­ra­ti­on) ein, bei denen nied­ri­ge Amylo­id­spie­gel in der Aß-PET vorla­gen. Die Arbeits­grup­pe verglich beide Grup­pen hinsicht­lich der Menge an reti­na­len und zere­bra­lem Amylo­id. Sie quan­ti­fi­zier­te die reti­na­len Amylo­id­ab­la­ge­run­gen beider Grup­pen zu Studi­en­be­ginn, indem sie diese durch Bindung von fluo­res­zie­ren­dem Curcu­min als reti­na­le Spots in Netz­haut­scans mithil­fe eines konfo­ka­len Scan­ning-Ophthal­mo­skops sicht­bar machte.

Die Forscher ermit­tel­ten bei den 4 Teil­neh­mern der A4-Studie im Vergleich zu den 4 Perso­nen der LEARN-Studie eine höhere Anzahl an reti­na­len Amylo­id­s­pots. Darüber hinaus stell­ten die Exper­ten eine posi­ti­ve Korre­la­ti­on zwischen den reti­na­len Amylo­id­s­pots und zere­bra­lem Amylo­id, gemes­sen mithil­fe des stan­dar­di­sier­ten Uptake-Value-Verhält­nis­ses (SUVr) der Amylo­id-Hirn-PET, fest.

Die Autoren resü­mie­ren, dass Studi­en mit größe­rer Stich­pro­ben­grö­ße erfol­gen soll­ten, um die Bezie­hung zwischen Netz­haut­amy­lo­id und zere­bra­lem Amylo­id genau­er unter­su­chen zu können.

(tt)

Autoren: Ngolab J et al.
Korrespondenz: Robert A Rissman; rrissman@health.ucsd.edu
Studie: Feasibility study for detection of retinal amyloid in clinical trials: The Anti-Amyloid Treatment in Asymptomatic Alzheimer's Disease (A4) trial
Quelle: Alzheimers Dement (Amst) 2021; Aug 17;13(1):e12199.
Web: dx.doi.org/10.1002/dad2.12199

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.