Reti­na­ler Zentralvenenverschluss

Muster und Tiefe der retinalen Blutung als Marker für die Prognose

10. Juni 2020

LOS ANGELES (Bier­mann) – In der Studie eines inter­na­tio­na­len Autoren­teams korre­lier­ten die Blutun­gen der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht zu Studi­en­be­ginn mit schwe­re­ren Formen des akuten reti­na­len Zentral­ve­nen­ver­schlus­ses (CRVO), mit einem größe­ren Maku­la­ö­dem, schlech­te­ren visu­el­len Ergeb­nis­sen und einem höhe­ren Risiko für Ischä­mie und Neovasku­la­ri­sa­ti­on. Dies könne mit der Orga­ni­sa­ti­on des reti­na­len Gefäß­ple­xus zusam­men­hän­gen, so die Vermu­tung der Autoren. Beim CRVO könne die Tiefe und das Muster der Vertei­lung von Netz­haut­blu­tun­gen als ein leicht iden­ti­fi­zier­ba­rer früher Biomar­ker für die CRVO-Progno­se dienen, so ihr Fazit.

Für ihre Unter­su­chung bewer­te­ten die Wissen­schaft­ler reti­na­le Blutun­gen mittels Fundus­fo­to­gra­phie und Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie zu Studi­en­be­ginn sowie beim Follow-up. Analy­siert wurden die Sehschär­fe (VA, Snel­len), die zentra­le Fovea­di­cke (CFT), das Ausmaß der Netz­hau­ti­schä­mie und die Entwick­lung der Neovaskularisation.

108 Augen von 108 Pati­en­ten wurden ausge­wer­tet. Das Durch­schnitts­al­ter betrug 63,6 ±16,1 Jahre mit einer Prädi­lek­ti­on für das rechte Auge (73,1%). Das durch­schnitt­li­che Follow-up betrug 17,2 ±19,2 Monate. Die mitt­le­re VA zu Studi­en­be­ginn betrug 20/126 und 20/80 bei der letz­ten Nach­un­ter­su­chung. Die VA zu Beginn (p=0,005) und die finale VA (p=0,02) bei Augen mit Blutun­gen der peri­vasku­lä­ren Nerven­fa­ser­schicht (NFL) waren signi­fi­kant schlech­ter als bei Augen mit tiefen Blutun­gen allein.

Die Base­li­ne-CFT war in der Gruppe mit peri­vasku­lä­ren Blutun­gen (826 ±394 µm) größer als in der Gruppe mit tiefen Blutun­gen allein (455 ±273 µm, p<0,001). Die 10 Papil­len­flä­chen der reti­na­len Ischä­mie waren bei Pati­en­ten mit peri­vasku­lä­ren (80,0%) und peri­pa­pil­lä­ren (31,3%) Blutun­gen häufi­ger als bei tiefen Blutun­gen allein (16,1%, p<0,001).

Eine Neovasku­la­ri­sa­ti­on der Iris war häufi­ger in den Grup­pen mit peri­pa­pil­lä­rer (14,3%) und peri­vasku­lä­rer (2,0%) NFL-Blutung im Vergleich zu tiefen Blutun­gen allein (0,0%), wenn­gleich dieser Unter­schied nicht signi­fi­kant war.

(isch)

Autoren: Au A et al.
Korrespondenz: David Sarraf; sarraf@jsei.ucla.edu
Studie: Relationship Between Nerve Fiber Layer Hemorrhages and Outcomes in Central Retinal Vein Occlusion
Quelle: Invest Ophthalmol Vis Sci 2020;61(5):54.
Web: https://doi.org/10.1167/iovs.61.5.54

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