Reti­na­ler Zentral­ve­nen­ver­schluss bei Diabetikern

Systemische Medikation hat keinen Einfluss auf das funktionelle Ergebnis

8. Februar 2022

DURHAM (Bier­mann) – Einige Medi­ka­men­te wie Aspi­rin, Metformin, Sita­g­lip­tin und Glipi­zid oder eine gute glykämische Kontrol­le sind bei Pati­en­ten mit Diabe­tes melli­tus (DM) und akutem reti­na­len Zentral­ve­nen­ver­schluss (CRVO) zwar mit besse­ren morpho­lo­gi­schen Befun­den asso­zi­iert, nehmen jedoch weder Einfluss auf die Thera­pielast der Pati­en­ten noch auf die funk­tio­nel­len Ergeb­nis­se. Dies berich­ten die Autoren einer aktu­el­len Studie aus den USA.

In ihre retro­spek­ti­ve longi­tu­di­na­le Kohor­ten­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 138 Patienten/Augen mit DM ein, bei denen im Zeit­raum 2009 bis 2017 ein akuter CRVO diagnos­ti­ziert wurde. Die Arbeits­grup­pe legte als Haupt­end­punk­te die Sehschär­fe (VA), die zentra­le Netz­haut­di­cke (CST), ein zysto­i­des Maku­la­ö­dem (CME) sowie die Anzahl intra­vit­rea­ler Injek­tio­nen und Laser­ko­agu­la­tio­nen, die während des Follow-up durch­ge­führt wurden, fest. Die media­ne Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 25,5 Monate (Bereich 1–189 Monate).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 67 Pati­en­ten (48%) ein ischä­mi­scher CRVO vorlag. Bei 55 Pati­en­ten (40%) wurde inner­halb der ersten 6 Monate nach der Diagno­se des CRVO ein HBA1c-Wert von im Mittel 7,1% erfasst. Dieser korre­lier­te posi­tiv mit der CST (p=0,04) und einem CME (p<0,01) bei Erstvorstellung.

Des Weite­ren stell­ten die Reti­no­lo­gen fest, dass die mitt­le­re VA zum Zeit­punkt der Erst­vor­stel­lung 20/246 (dezi­mal 0,08) und bei der letz­ten Kontrol­le 20/364 (dezi­mal <0,05) betrug.

Eine besse­re VA zu Studi­en­be­ginn war signi­fi­kant mit der Einnah­me von Aspi­rin 325 mg (p=0,04) asso­zi­iert, während der Gebrauch von Metformin signi­fi­kant mit einer gerin­ge­ren CST bei Erst­vor­stel­lung verbun­den war (p=0,02). Die Einnah­me von Sita­g­lip­tin hing signi­fi­kant mit einer nied­ri­ge­ren Präva­lenz für ein CME bei der letz­ten Kontrol­le (p<0,01) zusam­men, während eine gerin­ge­re finale CST signi­fi­kant mit der Appli­ka­ti­on von Glipi­zid einher­ging (p=0,01).

Demge­gen­über ergab sich keine signi­fi­kan­te Asso­zia­ti­on zwischen der syste­mi­schen Medi­ka­ti­on oder dem HBA1c-Wert und der Thera­pielast oder der VA bei der Abschluss­kon­trol­le (p>0,05).

(tt)

Autoren: Simmons K et al.
Korrespondenz: Akshay S Thomas; akshaysthomas@gmail.com
Studie: The effect of select systemic medications on outcomes in diabetics with central retinal vein occlusion
Quelle: Ther Adv Ophthalmol 2022; Jan 21;14:25158414211063076.
Web: dx.doi.org/10.1177/25158414211063076

 

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