Reti­na­ler Venenastverschluss

Blutverdünner beeinflussen Langzeitprognose nicht

4. Oktober 2021

NASHVILLE (Bier­mann) – Unter der Thera­pie mit syste­mi­schen Throm­bo­zy­ten­ag­gre­ga­ti­ons­hem­mern (TAH) und/oder neuen oralen Anti­ko­agu­lan­zi­en (NOAK) besteht bei der Erst­vor­stel­lung von Pati­en­ten mit reti­na­ler Venen­ast­throm­bo­se (VAT) eine erhöh­te Präva­lenz eines zysto­iden Maku­la­ö­dems (CMÖ) sowie fovea­ler Blutun­gen. Nach einer länge­ren Nach­be­ob­ach­tungs­zeit bestehen jedoch zwischen Pati­en­ten mit oder ohne Blut­ver­dün­nung keine funk­tio­nel­len oder morpho­lo­gi­schen Unter­schie­de. Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer aktu­el­len Studie gekommen.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 354 Pati­en­ten (Durch­schnitts­al­ter 69,1 ± 13,3 Jahre) mit unila­te­ra­ler VAT, die sich im Zeit­raum 2009–2017 im Duke Eye Center (Durham, USA) vorstell­ten, in ihre mono­zen­tri­sche, retro­spek­ti­ve, longi­tu­di­na­le Kohor­ten­stu­die auf. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die medi­zi­ni­schen Aufzeich­nun­gen zu den Pati­en­ten im Hinblick auf die Einnah­me von TAH (Aspi­rin, Clopi­do­grel) und NOAK (Warfa­rin, Rivaroxaban, Apixaban oder Dabi­ga­tran) vor Auftre­ten der VAT. Zusätz­lich erfass­ten die Wissen­schaft­ler  OCT- Befun­de, klini­sche Ergeb­nis­se und thera­peu­ti­sche Interventionen.

Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 36 Monate. Bei der Erst­vor­stel­lung nahmen 217 Pati­en­ten (61,3%) TAH und/oder NOAK ein.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die Einnah­me von TAH und/oder NOAK nach Kontrol­le poten­zi­el­ler Stör­va­ria­blen mittels multi­va­ria­ter logis­ti­scher Regres­si­on mit einem CMÖ bei Erst­vor­stel­lung asso­zi­iert war (OR 2,678; 95%-KI 1,585–4,529; p<0,001). Ebenso stell­ten sie mithil­fe der multi­va­ria­ten Regres­si­on einen Zusam­men­hang zwischen der Blut­ver­dün­nung und fovea­len Hämor­rha­gien bei Erst­vor­stel­lung fest (OR 2,624; 95%-KI 1,118–6,742; p=0,033).

Demge­gen­über fanden die Ophthal­mo­lo­gen heraus, dass keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de in der Sehschär­fe (p=0,536) oder der Präva­lenz eines CMÖ (p=0,629) bei der letz­ten Nach­kon­trol­le von Pati­en­ten mit TAH und/oder NOKA im Vergleich zu denen bestan­den, die diese nicht einnah­men. Gleich­wohl bestand kein Unter­schied bei der Häufig­keit der Behand­lun­gen beider Grup­pen, einschließ­lich intra­vit­rea­ler Corticosteroid-(p=0,737) oder Anti-VEGF-Injek­tio­nen (p=0,479).

(tt)

Autoren: Singh PP et al.
Korrespondenz: Akshay S Thomas; akshaysthomas@gmail.com
Studie: Systemic antiplatelet agents and anticoagulants in eyes with branch retinal vein occlusion
Quelle: Ther Adv Ophthalmol 2021; Sep 2;13:25158414211040894
Web: dx.doi.org/10.1177/25158414211040894

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