Reti­na­ler Arte­ri­en­ver­schluss mit para­zen­tra­ler akuter mitt­le­rer Makulopathie

Kombination ist mit besseren funktionellen Erfolgen assoziiert

20. Juni 2022

SHENZHEN (Bier­mann) – Bei der para­zen­tra­len akuten mitt­le­ren Makulo­pa­thie (PAMM) handelt es sich um fokale band­för­mi­ge hyper­re­flek­ti­ve Läsio­nen auf Höhe der inne­ren Körner­schicht (INL), bei denen eine Ischä­mie im tiefen Kapil­lar­ple­xus zugrun­de liegt und die unter ande­rem in Verbin­dung mit reti­na­len Gefäß­ver­schlüs­sen auftre­ten. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass eine PAMM im Rahmen von reti­na­len Arte­ri­en­ver­schlüs­sen (RAO) mit einer Verbes­se­rung der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA) während der Nach­sor­ge asso­zi­iert ist.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 88 Pati­en­ten mit RAO (n=58 mit zentra­lem RAO [CRAO; 65,9%]; n=30 mit Arte­ri­en­ast RAO [BRAO; 34,1%]), die sich im Zeit­raum Juli 2015 bis Juni 2019 im Shen­zhen Eye Hospi­tal (China) vorstell­ten, in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te die Befun­de der BCVA sowie die der Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie und der OCT, insbe­son­de­re Struk­tur­ver­än­de­run­gen der Makula.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass insge­samt 52 Augen (59,1%) eine PAMM aufwie­sen, von denen bei 33 Augen (63,5%) ein CRAO und bei 19 Augen (36,5%) ein BRAO vorla­gen. Des Weite­ren stell­ten die Reti­no­lo­ge fest, dass die PAMM-Gruppe sowohl bei Erst­vor­stel­lung als auch während der Nach­kon­trol­len eine signi­fi­kant besse­re BCVA zeigte als die Nicht-PAMM-Gruppe (Median 1,35 [0,725–2] vs. 2,15 [1,47–2,3] logMAR; p=0,002 und 1,00 [0,05–2] vs. 2,00 [1,15–2,3] logMAR; p=0,001). Nach Adjus­tie­rung im Hinblick auf Alter, Geschlecht, CRAO/BRAO, Komor­bi­di­tä­ten sowie Symptom­dau­er konsta­tier­ten die Exper­ten glei­cher­ma­ßen, dass die PAMM mit einer Verbes­se­rung der BCVA während der Follow-up-Zeit asso­zi­iert war (RR=3,29; 95%-KI 1,29–8,37; p=0,013).

Die Autoren vermu­ten, dass die PAMM auf eine Hypo­per­fu­si­on durch RAO zurück­zu­füh­ren ist und eine recht­zei­ti­ge Behand­lung im hypo­xi­schen Zustand zu einer besse­ren Erho­lung der BCVA führt, wohin­ge­gen RAO ohne PAMM mit einem voll­stän­di­gem Netz­haut­ödem einher­ge­hen und auf eine komplet­te Anoxie der reti­na­len Zellen mit schlech­ter visu­el­ler Progno­se hinweisen.

(tt)

Autoren: Liang S et al.
Korrespondenz: Siying Liang; 76954227@qq.com
Studie: Association of Paracentral Acute Middle Maculopathy with Visual Prognosis in Retinal Artery Occlusion: A Retrospective Cohort Study
Quelle: J Ophthalmol 2022; May 21;2022:9404973.
Web: dx.doi.org/10.1155/2022/9404973

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