Reti­na­le Vasku­li­tis nach Brolucizumab-IVT

Manifestationen von peripherer Vaskulitis bis zu Verschluss großer Netzhautarterien

7. Juli 2020

BOSTON (Bier­mann) – Eine reti­na­le Vasku­li­tis und intrao­ku­lä­re Entzün­dung (IOI) nach intra­vit­rea­ler Injek­ti­on (IVT) von Brolu­ci­zumab zur Behand­lung einer Alters­be­zo­ge­nen Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on (AMD) zeich­nen sich durch einen varia­blen Verschluss großer und/oder klei­ner Netz­haut­ar­te­ri­en und durch peri­ven­u­lä­re Anoma­lien aus, wie die Autoren einer neuen Unter­su­chung berich­ten. Laut ihren Studi­en­ergeb­nis­sen können die Mani­fes­ta­tio­nen von einer peri­phe­ren Vasku­li­tis bis zu einem Verschluss großer Netz­haut­ar­te­ri­en um den Sehnerv oder die Makula reichen, der mit einem star­ken Sehver­lust einher­geht. Es sei große Wach­sam­keit erfor­der­lich, da Vitreus­zel­len die Visua­li­sie­rung reti­na­ler Details behin­dern könn­ten, beto­nen die Autoren.

Die retro­spek­ti­ve Fall­se­rie umfass­te 15 Augen von 12 Pati­en­ten aus 10 Zentren in den USA nach IVI mit 6 mg/0,05 ml Brolu­ci­zumab. Analy­siert wurden Sehschär­fe vor der Behand­lung und beim Follow-up, vorhe­ri­ge Injek­tio­nen mit vasku­lä­ren endo­the­lia­len Wachs­tums­fak­to­ren (VEGF), klini­sches Erschei­nungs­bild, Netz­haut­be­fund, Fluo­res­ze­in-Angio­gra­phie und Behandlungsstrategien.

Die Anzahl frühe­rer Anti-VEGF-IVT lag zwischen 2 und 80 im betrof­fe­nen Auge vor der Umstel­lung auf Brolu­ci­zumab. Reti­na­le Vasku­li­tis und IOI wurden durch­schnitt­lich 30 Tage nach Brolu­ci­zumab-IVT diagnos­ti­ziert. Die mitt­le­re Sehschär­fe vor Brolu­ci­zumab-IVI betrug 0,426 logMAR (Snel­len-Äqui­va­lent 20/53) und bei Diagno­se einer Netz­haut­vasku­li­tis 0,981 logMAR (Snel­len-Äqui­va­lent 20/191; Bereich 20/25–20/1600; p=0,008). Alle betrof­fe­nen Augen zeig­ten eine intrao­ku­la­re Entzün­dung mit unter­schied­li­chen Kombi­na­tio­nen von foka­ler oder elon­gier­ter segmenta­ler Einschei­dung und Diskon­ti­nui­tät klei­ner und großer Netz­haut­ar­te­ri­en, sklero­ti­scher Arte­ri­en, Regio­nen mit vasku­lä­rer Non-Perfu­si­on, Cotton-Wool-Spots, Kyrie­leis-Plaques, unre­gel­mä­ßi­gem venö­sem Kali­ber mit erwei­ter­ten und sklero­ti­schen Segmen­ten, peri­ven­u­lä­ren Blutun­gen und Phle­bi­tis­her­den. Die Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie ergab eine verzö­ger­te Füllung der Netz­haut­ar­te­ri­en, eine Non-Perfu­si­on der Netz­haut­ge­fä­ße und bei der Anfär­bung eine varia­ble Lecka­ge von Farb­stoff aus den betrof­fe­nen Gefä­ßen und dem Sehnerv. Die syste­mi­sche Bewer­tung auf embo­li­sche Ursa­chen war bei 2 Pati­en­ten nicht aufschluss­reich, und 3 Pati­en­ten wurden im Hinblick auf eine Uvei­tis nega­tiv befun­det. Die Behand­lung bestand aus verschie­de­nen Kombi­na­tio­nen von Corti­cos­te­ro­iden (syste­misch, intra­vit­re­al, topisch), und bei 2 Augen wurde eine Vitrek­to­mie ohne Verbes­se­rung des Sehver­mö­gens durch­ge­führt. Nach einer mitt­le­ren Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von 25 Tagen betrug die mitt­le­re Sehschär­fe 0,833 logMAR (Snel­len-Äqui­va­lent 20/136) und war damit im Vergleich zum Ausgangs­wert verrin­gert (p=0,033).

(ac)

Autoren: Baumal CR et al.
Korrespondenz: Caroline R. Baumal; cbaumal@tuftsmedicalcenter.org
Studie: Retinal vasculitis and intraocular inflammation after intravitreal injection of brolucizumab
Quelle: Ophthalmology 2020 Apr 25:S0161-6420(20)30371-7.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ophtha.2020.04.017

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