Reti­na­le Morpho­lo­gie bei Früh­ge­burt versus Termingeburt

Unterschiede sind gegeben

4. November 2021

DSCHIDDA  (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie aus Saudi-Arabi­en hat gezeigt, dass signi­fi­kan­te Unter­schie­de zwischen mode­ra­ten bis späten früh­ge­bo­re­nen und zum Termin gebo­re­nen Kindern in Bezug auf die Tiefe der Vorder­kam­mer, der zentra­len Makula- sowie der zentra­len Netz­haut­di­cke bestehen.

Den Autoren zufol­ge unter­streicht dies – auch ohne eine Früh­ge­bo­re­nen­re­ti­no­pa­thie – den Einfluss einer Früh­ge­burt auf okulä­re Strukturen.

In ihre Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 50 mittel­spä­te bis späte früh­ge­bo­re­ne Schul­kin­der (Gesta­ti­ons­al­ter 32 Wochen +0 Tage bis 36 Wochen +6 Tage; Alter zwischen 5 und 10 Jahren) ein, die mit alters- und geschlechts­an­ge­pass­ten, zum Termin gebo­re­nen Kindern vergli­chen wurden.

Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te und verglich die Sehschär­fe, die Refrak­ti­ons­feh­ler, die Ergeb­nis­se der okulä­ren Biome­trie hinsicht­lich Vorder­kam­mer­tie­fe und axia­ler Bulbus­län­ge sowie mithil­fe der OCT die morpho­lo­gi­schen Befun­de der Makula und des Sehner­vens zwischen den beiden Gruppen.

Die Forscher ermit­tel­ten keine statis­tisch signi­fi­kan­ten Unter­schie­de zwischen den Grup­pen  hinsicht­lich der Sehschär­fe und der Refrak­ti­ons­feh­ler. Sie stell­ten jedoch deut­li­che Unter­schie­de in der Tiefe der Vorder­kam­mer fest, welche sich in der Früh­ge­bo­re­nen­grup­pe signi­fi­kant flacher darstell­te (p=0,044), wohin­ge­gen sich keine Unter­schie­de in der axia­len Bulbus­län­ge zeigten.

Des Weite­ren fanden die Ophthal­mo­lo­gen heraus, dass sich die Früh­ge­bo­re­nen­grup­pe  signi­fi­kant gegen­über der Vergleichs­grup­pe in Bezug auf die zentra­le Maku­la­di­cke unter­schied (247±19 µm vs. 235,12±22 µm; p=0,005 rech­tes Auge). Ebenso zeigte sich die zentra­le Netz­haut­di­cke bei den Früh­ge­bo­re­nen größer als bei den Kompa­ra­to­ren (246,89±19,1 µm vs. 236,12±23,3 µm; p=0,015), wohin­ge­gen sich die Grup­pen nicht signi­fi­kant in der fovea­len Dicke, der mitt­le­ren parafovealen/perifovealen Dicke sowie der Para­me­ter des Sehner­vens unterschieden.

Die Autoren resü­mie­ren, dass größe­re bevöl­ke­rungs­ba­sier­te Studi­en durch­ge­führt werden soll­ten, um die Lang­zeit­fol­gen einer mode­ra­ten bis späten Früh­ge­burt zu analysieren.

(tt)

Autoren: Raffa LH et al.
Korrespondenz: Lakeswara Raffa; lraffa@kau.edu.sa
Studie: The impact of moderate-to-late prematurity on ocular structures and visual function in Saudi children
Quelle:  2021; Oct;24(10):1551-1557.
Web: dx.doi.org/10.4103/njcp.njcp_581_20

 

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