Reti­na­le Hämor­rha­gien nach SARS-CoV-2-Impfung

Studie weist auf Zusammenhang hin

24. Januar 2022

SEOUL (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass ein zeit­li­cher Zusam­men­hang zwischen einer SARS-CoV-2-Impfung und reti­na­len Blutun­gen (Erst­dia­gno­se oder Exazer­ba­ti­on inner­halb von 28 Tagen post injec­tio­n­em) durch einen reti­na­len Venen­ver­schluss (RVO) oder AMD-bedingt besteht.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten in ihrer mono­zen­tri­schen, retro­spek­ti­ven, beob­ach­ten­den Fall­stu­die im Zeit­raum April bis Juli 2021 medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen, insbe­son­de­re Fundus- und OCT-Aufnah­men, zu 21 Pati­en­ten (23 Augen, medi­a­nes Alter 77 Jahre [Bereich 51–85 Jahre]) mit AMD-beding­ter subma­ku­lä­rer Blutung (12 Augen; 52,2%) und RVO mit Netz­haut­hä­mor­rha­gien (11 Augen; 47,8%).

Bei 17 Pati­en­ten (81%) bestand ein Diabe­tes melli­tus (DM) und/oder ein Blut­hoch­druck (HT).

12 Pati­en­ten (60,9%) waren mit dem mRNA-Impf­stoff von BioNTech/Pfizer (BNT162b2) und 8 Pati­en­ten (37%) mit dem adeno­vi­ra­len Vektor­i­mpf­stoff von Astra­Ze­ne­ca (ChAdOx1) geimpft worden.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass es bei 17 Pati­en­ten (81%) nach der 1. und in 4 Fällen (19,0%) nach der 2. Impfung zu einer Verschlech­te­rung der Erkran­kung kam. Der media­ne Visus vor dem Beginn der Sympto­me betrug 0,76 logMAR (IQR 0,27–1,23) und nach Auftre­ten der Sympto­me 1,40 logMAR (IQR 0,25–1,70).

Die Exper­ten stell­ten fest, dass die media­ne Zeit zwischen Impfung und Symptom­ver­schlech­te­rung 2,0 Tage (IQR 1–3 Tage) betrug.

Der bei 5 Pati­en­ten (23,8%) durch­ge­führ­te Anti-Plätt­chen­fak­tor-4-Anti­kör­per­test erwies sich in allen Fällen als negativ.

Die Autoren stel­len fest, dass diese Fall­stu­die die zurzeit größte zu RVO- und AMD-beding­ten reti­na­len Blutun­gen nach SARS-CoV-2-Impfung darstellt. Die rela­tiv hohe Anzahl Pati­en­ten mit RVO- und AMD-beding­ten Hämor­rha­gien, die inner­halb von ≤4 Mona­ten aufge­tre­ten sind, weist auf ein nicht zufäl­li­ges Auftre­ten hin. Es besteht neben der impf­stoff­in­du­zier­ten Genese jedoch auch die Vermu­tung, dass die mikro­vasku­lä­re Dysre­gu­la­ti­on eine Rolle bei der Patho­ge­ne­se der Hämor­rha­gien spielt, da >80% der Kohor­te an DM und HT litten,

Letzt­lich bedarf es weite­rer Studi­en mit größe­ren Kohor­ten, um den Zusam­men­hang zwischen SARS-CoV-2-Impfung und Netz­haut­blu­tun­gen weiter zu untersuchen.

(tt)

Autoren: Park HS et al.
Korrespondenz: Hyo Song Park; hyosong@yuhs.ac
Studie: Retinal Hemorrhage after SARS-CoV-2 Vaccination
Quelle: J Clin Med 2021; Dec 5;10(23):5705.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm10235705

 

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