Reti­na­le Gefäß­ver­schlüs­se in der COVID-19-Pandemie

Inzidenz bleibt weitgehend stabil

24. Januar 2022

PALO ALTO (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie aus den USA hat gezeigt, dass die Prozent­sät­ze neuer Fälle reti­na­ler Gefäß­ver­schlüs­se in Bezug auf alle neuen Pati­en­ten­fäl­le im unter­such­ten Zeit­raum der COVID-19-Pande­mie größ­ten­teils stabil geblie­ben sind.

In den ersten Mona­ten der Pande­mie gab es einen Anstieg der Fall­zah­len, der laut den Autoren darauf zurück­zu­füh­ren ist, dass eine Vorstel­lung in Klini­ken auf Pati­en­ten mit visus­be­dro­hen­den Erkran­kun­gen beschränkt wurde, und zu einer Fehl­ein­schät­zung der erhöh­ten Anzahl reti­na­ler Throm­bo­sen geführt hat.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 442.186 Pati­en­ten, die sich in reti­na­len Schwer­punkt­kran­ken­häu­sern der US-ameri­ka­ni­schen Bundes­staa­ten aufgrund einer neuen Diagno­se vorstell­ten, in ihre retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die ein.

Die Arbeits­grup­pe teilte die Pati­en­ten – nach Vorstel­lungs­zeit­raum – in 2 Grup­pen ein: Die Prä-COVID-19-Gruppe im Zeit­raum 1.1.2019–29.2.2020 bilde­ten 285.759 Pati­en­ten, während die COVID-19-Gruppe im Zeit­raum 1.3.2020–31.12.2020 insge­samt 156.427 Pati­en­ten umfasste.

Die Arbeits­grup­pe legte als Haupt­end­punk­te die Inzi­denz reti­na­ler Zentral­arte­ri­en- (CRAO) und Arte­ri­en­ast­throm­bo­sen (BRAO) sowie Zentral­ve­nen- (CRVO) und Venen­ast­throm­bo­sen (BRVO) in beiden Zeit­räu­men fest.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich die Gesamt­zahl neuer Pati­en­ten in den ersten Mona­ten der Pande­mie signi­fi­kant verrin­ger­te (um 24% im März, 66% im April und 51% im Mai 2020) im Vergleich zu den entspre­chen­den Mona­ten im Jahr 2019 (alle p<0,0001).

Demge­gen­über stell­ten die Exper­ten fest, dass der Rück­gang der Inzi­denz im entspre­chen­den Zeit­raum für CRAO, BRAO und CRVO gerin­ger ausfiel.

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Reti­no­lo­gen, dass die Anzahl an Neupa­ti­en­ten – nach Wieder­eröff­nung der Klini­ken im Juni 2020 – wieder anstieg, und die Inzi­denz reti­na­ler Gefäß­ver­schlüs­se als Prozent­zahl aller Neudia­gno­sen wieder der in etwa entspre­chen­den Inzi­denz wie vor der Pande­mie entsprach.

Die Autoren resü­mie­ren, dass weite­re Studi­en erfor­der­lich sind, um zu unter­su­chen, ob dennoch ein Zusam­men­hang zwischen COVID-19 und reti­na­len Gefäß­ver­schlüs­sen besteht.

(tt)

Autoren: Al-Moujahed A et al.
Korrespondenz: Darius M Moshfeghi; dariusm@stanford.edu
Studie: Incidence of Retinal Artery and Vein Occlusions During the COVID-19 Pandemic
Quelle: Ophthalmic Surg Lasers Imaging Retina 2022; Jan;53(1):22-30.
Web: dx.doi.org/10.3928/23258160-20211209-01

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