Reti­na­le Biomar­ker bei kogni­ti­ven Beein­träch­ti­gun­gen im höhe­ren Lebensalter

Review präsentiert aktuellen Wissensstand

5. Juli 2022

SYDNEY (Bier­mann) – In einem neuen Review haben deren Autoren gezeigt, dass die Dicke der einzel­nen Netz­haut­schich­ten mit den kogni­ti­ven Leis­tun­gen bei älte­ren Perso­nen verbun­den ist und mögli­cher­wei­se als reti­na­ler Biomar­ker im Scree­ning auf eine Demenz zum Einsatz kommen könnte.

Die Wissen­schaft­ler führ­ten eine syste­ma­ti­sche Lite­ra­tur­re­cher­che in Medli­ne, Psyc­IN­FO sowie EMBASE bis März 2022 durch. Die Arbeits­grup­pe schloss alle empi­ri­schen Studi­en in engli­scher Spra­che ein, bei denen mithil­fe bild­ge­ben­der Verfah­ren der Zusam­men­hang zwischen reti­na­len Para­me­tern und kogni­ti­ven Leis­tun­gen bei Perso­nen im Alter von ≥65 Jahren unter­sucht wurde. Zusätz­lich bewer­te­te die Gruppe mithil­fe des QUADRAS-Tool (Quali­ty Assess­ment of Diagnostic Accu­ra­cy Studies) das Verzer­rungs­ri­si­ko der jewei­li­gen Studi­en­da­ten. Zwei Autoren führ­ten die Extrak­ti­on der Daten durch, welche von einem weite­ren Autor noch­mals über­prüft wurde.

Die Forscher ermit­tel­ten 67 geeig­ne­te Studi­en mit insge­samt 6815 Perso­nen. Den häufigs­ten Studi­en­typ stell­ten Quer­schnitts­stu­di­en (n=60; 89,6%) dar, während als bild­ge­ben­des Verfah­ren über­wie­gend die OCT zur Messung der Dicke der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht, des Gangli­en­zell­kom­ple­xes, der Choro­idea sowie der Makula verwen­det wurde. Die Exper­ten stell­ten fest, dass in 51,1% der Quer­schnitts­stu­di­en, bei denen OCT-Befun­de evalu­iert wurden, über eine Asso­zia­ti­on zwischen der Ausdün­nung von ≥1 reti­na­len Para­me­ter und einer kogni­ti­ven Funk­ti­ons­stö­rung berich­tet wurde. Zudem konsta­tier­ten die Forschen­den in den meis­ten Longi­tu­di­nal­stu­di­en (n=6), in denen OCT-Ergeb­nis­se analy­siert wurden, eine Verbin­dung zwischen einer signi­fi­kan­ten Reduk­ti­on der Dicke der RNFL und einer Abnah­me kogni­ti­ver Fähig­kei­ten. Die Studi­en­qua­li­tät wurde insge­samt als mittel­mä­ßig bewertet.

Die Autoren beto­nen abschlie­ßend, dass weite­re Längs­schnitt­stu­di­en erfor­der­lich sind, um die Ergeb­nis­se des Reviews zu vali­die­ren und um die zugrun­de­lie­gen­den Mecha­nis­men zu verste­hen, bis eine Empfeh­lung für die reti­na­le Bild­ge­bung als Scree­ning-Hilfs­mit­tel ausge­spro­chen werden kann.

(tt)

Autoren: Jeevakumar V et al.
Korrespondenz: Joyce Siette; joyce.siette@westernsydney.edu.au
Studie: Association between retinal markers and cognition in older adults: a systematic review
Quelle: BMJ Open 2022; Jun 21;12(6):e054657.
Web: dx.doi.org/10.1136/bmjopen-2021-054657

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