Reti­na­le Arterienverschlüsse

Systemische und okuläre Risikofaktoren variieren

25. April 2022

AALBORG (Bier­mann) – Die Autoren einer aktu­el­len Studie haben poten­zi­el­le Risi­ko­fak­to­ren für reti­na­le Arte­ri­en­ver­schlüs­se (RAO) unter­sucht und gezeigt, dass insbe­son­de­re eine Athe­ro­skle­ro­se sowie Zustän­de, die den Augen­in­nen­druck (IOD) verän­dern, an der Patho­phy­sio­lo­gie der RAO betei­ligt sind.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 5312 Pati­en­ten mit einem RAO, die im däni­schen natio­na­len Pati­en­ten­re­gis­ter erfasst waren, sowie 26.560 alters- und geschlechts­an­ge­pass­te Kontroll­per­so­nen aus der Allge­mein­be­völ­ke­rung in ihre landes­wei­te Fall­kon­troll­stu­die ein.

Die Arbeits­grup­pe bewer­te­te mögli­che Risi­ko­fak­to­ren für einen RAO, die bei diesem Pati­en­ten­kol­lek­tiv ≤5 Jahre vor der Diagno­se eines RAO vorhan­den waren. Mithil­fe adjus­tier­ter, kondi­tio­na­ler, logis­ti­scher Regres­si­ons­ana­ly­sen schätz­ten die Forschen­den zudem die Odds Ratio der einge­schlos­se­nen Risi­ko­fak­to­ren für einen RAO. Nach­fol­gend führte die Studi­en­grup­pe ergän­zen­de Analy­sen durch, die sie nach Geschlecht und Alter der Pati­en­ten sowie nach dem Subtyp des RAO stra­ti­fi­zier­te. Zusätz­lich nahm die Gruppe Inter­ak­ti­ons­ana­ly­sen zwischen den Schich­ten der stra­ti­fi­zier­ten Analy­sen vor.

Die Forscher ermit­tel­ten folgen­de Risi­ko­fak­to­ren im Zusam­men­hang mit der Entwick­lung eines RAO: Diabe­tes melli­tus, arte­ri­el­le Hyper­to­nie, ischä­mi­sche Herz­krank­heit, peri­phe­re arte­ri­el­le Verschluss­krank­heit, Apoplex, Nieren­er­kran­kung, Kata­rakt sowie Glau­kom. Die Odds Ratio lag bei diesen Vorer­kran­kun­gen im Bereich zwischen 1,33 und 4,94.

Demge­gen­über erga­ben Vorhof­flim­mern und ein Schlaf-Apnoe-Syndrom nur Effekt­ma­ße nahe der Äquivalenz.

Des Weite­ren beob­ach­te­ten die Exper­ten, dass bei Perso­nen im Alter von ≤55 Jahren das Vorhan­den­sein nur eines Risi­ko­fak­tors mit einer höhe­ren Wahr­schein­lich­keit für einen RAO verbun­den war. Darüber hinaus zeigte sich, dass ein arte­ri­el­ler Hyper­to­nus bei Männern stär­ker mit einem RAO asso­zi­iert war als bei Frauen. Ebenso fiel der Zusam­men­hang zwischen einer arte­ri­el­len Hyper­to­nie und einem RAO der Zentral­arte­rie gestei­ger­ter aus als der mit einem RAO eines Arterienastes.

(tt)

Autoren: Ørskov M et al.
Korrespondenz: Marie Ørskov; marie.oerskov@rn.dk
Studie: Clinical risk factors for retinal artery occlusions: a nationwide case-control study
Quelle: Int Ophthalmol 2022; Mar 19 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s10792-022-02247-z

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