Reti­na­le angio­ma­tö­se Proliferationen

Häufig liegt eine Assoziation mit intraretinalen Zysten vor

23. Juni 2022

BYDGOSZCZ (Bier­mann) – Intra­r­e­ti­na­le Zysten (IRC) auf Aufnah­men der Spec­tral Domain OCT (SD-OCT) bei Pati­en­ten mit neovasku­lä­rer AMD (nAMD) korre­lie­ren posi­tiv mit intra­r­e­ti­na­len Neovasku­la­ri­sa­tio­nen (IRN) im Sinne von reti­na­len angio­ma­tö­sen Proli­fe­ra­tio­nen (RAP; Typ-3-MNV) auf Bildern der OCT-Angio­gra­phie (OCT‑A). Das Fehlen von IRC schließt jedoch nicht das Vorhan­den­sein von RAP aus, welche dann anhand eines patho­lo­gi­schen Blut­flus­ses im tiefen reti­na­len Gefäß­ple­xus (DVP) iden­ti­fi­ziert werden können. Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung gekommen.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 40 Pati­en­ten (42 Augen) mit nAMD, bei denen im Zeit­raum 2017 bis 2020 intra­vit­rea­le Injek­tio­nen mit VEGF-Inhi­bi­to­ren erfolg­ten. Die Arbeits­grup­pe teilte die Kohor­te mithil­fe der Befun­de der SD-OCT in 2 Grup­pen auf. Gruppe 1 bilde­ten 21 Augen mit IRC ± subre­ti­na­ler Flüs­sig­keit (SRF) und Gruppe 2 umfass­te 21 Augen mit ausschließ­lich SRF. 2 Gutach­ter bewer­te­ten (unab­hän­gig vonein­an­der) mithil­fe von Aufnah­men der OCT‑A die Anwe­sen­heit von IRN (patho­lo­gi­scher Blut­fluss neben hyper­re­flek­ti­ven Foci inner­halb der äuße­ren Netz­haut­schich­ten) sowie von chorio­re­ti­na­len Anas­to­mo­sen (CRA; Flüs­sig­keits­si­gnal über das RPE hinweg) in beiden Gruppen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass IRN bei 20 Augen (95,2%) in Gruppe 1 und bei 5 Augen (23,8%) in Gruppe 2 vorla­gen. Des Weite­ren stell­ten die Reti­no­lo­gen fest, dass sich CRA bei 18 Augen (80,95%) in Gruppe 1 und bei 16 Augen (76,2%) in Gruppe 2 zeigten.

Darüber hinaus analy­sier­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass Pati­en­ten mit IRC ein 50-fach höhe­res Risiko für IRN aufwie­sen als deren Kompa­ra­to­ren (OR 50,0; 95%-KI 5,43–460,52; p<0,001), während sich der Zusam­men­hang zwischen IRC und CRA als nicht signi­fi­kant erwies (OR 1,33; 95%-KI 0,30–5,84; p>0,05). Der Inter­gra­der-Über­ein­stim­mungs­ko­ef­fi­zi­ent zwischen den Gutach­tern betrug 0,88 für IRN und 0,83 für CRA.

(tt)

Autoren: Kałużny JJ et al.
Korrespondenz: Damian Jaworski; jaworskiresearch@gmail.com
Studie: Intraretinal Cysts as a Manifestation of Retinal Angiomatous Proliferation in Optical Coherence Tomography Angiography
Quelle: Medicina (Kaunas) 2022; May 19;58(5):676.
Web: dx.doi.org/10.3390/medicina58050676

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