Reti­ku­lä­re Pseu­do­dru­sen bei trocke­ner AMD

Vorhersage-Marker für kardiovaskuläre Erkrankungen detektiert

26. Juli 2022

JINAN (Bier­mann) ­– Reti­ku­lä­ren Pseu­do­dru­sen bei Pati­en­ten mit AMD bezeich­nen subre­ti­na­le druseno­ide Abla­ge­run­gen (SDD) von lipid­rei­chem Mate­ri­al, welches demje­ni­gen bei athe­ro­sklero­ti­schen Erkran­kun­gen in etwa entspricht. Das inter­dis­zi­pli­nä­re Autoren­duo hat nun in einer gemein­sa­men Arbeit gezeigt, dass eine signi­fi­kan­te Korre­la­ti­on zwischen SDD und kardio­vasku­lä­ren Erkran­kun­gen (CVD) besteht, sodass sie mutma­ßen, dass SDD einen prädik­ti­ven Biomar­ker für koexis­ten­te CVD darstel­len könnten.

In ihre Quer­schnitts­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 85 Pati­en­ten mit AMD ein. Mithil­fe von unter ande­rem Farb­fun­dus-Aufnah­men und der Spec­tral-Domain-OCT (SD-OCT) bestimm­te die Arbeits­grup­pe den Status an SDD und bilde­te die SDD- (n=43) sowie die Nicht-SDD-Gruppe (n=42). Zusätz­lich analy­sier­te sie die Serum­spie­gel vom Gesamt­cho­le­ste­rin (TC), von High- (HDL) bzw. Low-Densi­ty-Lipo­pro­te­in (LDL) sowie von Trigly­ce­ri­den (TG) und teilte die beiden Grup­pen weiter in 3 Unter­grup­pen auf: in Pati­en­ten mit Herz­mus­kel­schwä­che und vermin­der­ter Pump­funk­ti­on (CPD), solche mit Herz­klap­pen­in­suf­fi­zi­enz (VD) und solche mit Caro­tissteno­se (CS).

Nach­fol­gend wurden mithil­fe der Random-Forest-Analy­se als maschi­nel­len Lern­al­go­rith­mus auf Basis der SDD-Fundus-Aufnah­men Vorher­sa­gen für das CVD-Risiko berechnet.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 97,67% der Pati­en­ten in der SDD-Gruppe (42/43) sowie 11,90% in der Nicht-SDD-Gruppe (5/42) eine CVD aufwie­sen (davon mit VD= 3 vs. 1 Fall; p=0,141; mit CS= 3 vs. 1; p=0,141; mit CPD= 8 vs. 1; OR 9,4; p=0,0003; kombi­niert= CPD + VD= 14 vs. 1; OR 19,8; p=0,00011 sowie kombi­niert= CPD + VD + CS= 14 vs. 1; OR 19,8; p=0,0001). Des Weite­ren beob­ach­te­ten die Exper­ten, dass die SDD- im Vergleich zu den Nicht-SDD-Pati­en­ten signi­fi­kant höhere Werte an TG (5,66 ±1,01 vs. 5,58 ±0,72 mmol/dl; p=0,032) und gerin­ge­re an HDL (61 ±17 vs. 70 ±21 mg/dl; p=0,031) zeigten.

Zudem bestand bei Fällen mit einem HDL-Wert <62 mg/dl eine signi­fi­kan­te Korre­la­ti­on mit CVD (p=0,013). Der maschi­nel­le Lern­al­go­rith­mus ergab eine Genau­ig­keit der Vorher­sa­ge für CVD durch SDD von 95%.

(tt)

Autoren: Liang C et al.
Korrespondenz: Ning Wang; ningowdb835713@163.com
Studie: Subretinal Drusenoid Deposits and Lower Serum High-Density Lipoprotein Cholesterol Levels Possess Latent Relation to Cardiovascular Disease and Can Be a Feasible Predictor
Quelle: Comput Math Methods Med 2022; Jul 1;2022:3135100.
Web: dx.doi.org/10.1155/2022/3135100

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