Refrak­ti­ve Linsenimplantation

Keine Veränderung der Astigmatismusentwicklung im Vergleich zu unbehandelten Augen

13. Juni 2022

ZAGREB (Bier­mann) – Nach Implan­ta­ti­on einer tori­schen implan­tier­ba­ren Coll­a­mer-Linse (T‑ICL) zeigt sich eine Astig­ma­tis­mus­ent­wick­lung, welcher der unbe­han­del­ter Fälle entspricht. Dies ist das Ergeb­nis einer Vergleichs­stu­die von Pati­en­ten nach T‑ICL-Implan­ta­ti­on (Gruppe 1, 86 Fälle, EVO + Visian ICL, Staar Surgi­cal) und einer zwei­ten, bril­len­ver­sorg­ten Gruppe (Gruppe 2, 80 Fälle) über einen Zeit­raum von vier Jahren.
Der präope­ra­ti­ve Refrak­ti­ons­feh­ler (sph. und cyl.) lag in Gruppe 1 zwischen ‑22,25 und ‑1 dpt sphä­risch und ‑5,5 und +1 dpt. zylin­drisch. In Gruppe 2 wurde ein präope­ra­ti­ver Refrak­ti­ons­feh­ler zwischen — 18.00 dpt. und 0,00 dpt. sphä­risch und – 7,00 und – 1,00 dpt. zylin­drisch gemes­sen. Refrak­ti­ve und tomo­gra­phi­sche Daten wurden auf den chir­ur­gisch verur­sach­ten Astig­ma­tis­mus (SIA), Abwei­chen von Ziela­stig­ma­tis­mus (Δθ° = angle of target-indu­ced astig­ma­tism (TIA) — angle of SIA) und ΔC [TIA-SIA-Stärke] sowie tota­lem Horn­hau­t­astig­ma­tis­mus (TCA) in Gruppe 1 sowie indu­zier­ter Verän­de­rung des Astig­ma­tis­mus (ICA) in Gruppe 2 analysiert.
In Gruppe 1 korre­lier­te der SIA bei allen Messun­gen mit dem TIA (p < 0,05). Unter­schie­de zwischen mitt­le­rem SIA und TIA waren nicht signi­fi­kant und die Verän­de­run­gen des TCA waren nicht korre­liert mit ΔC.
Mitt­le­re (+/- SD, 95% CI) resi­dua­le Astig­ma­tis­mus­stär­ke (RA) lagen in Gruppe 1 in den Jahren 1 bis 4 bei – 0,40 cyl. (0,58, — 0,52 bis – 0,28), — 0,40 cyl. (0,59, — 0,52 bis – 0,27), — 0,41 cyl. (0,58, — 0,54 bis – 0,28) sowie – 0,61 cyl. (0,74, — 0,82 bis – 0,40).
In Gruppe 2 lagen die korre­spon­die­ren­den ICA-Stär­ken bei – 0,47 cyl. (0,53, — 0,61 bis – 0,32), — 0,49 cyl. (0,48, — 0,69 bis – 0,29), — 0,60 cyl. (0,40, — 0,76 bis – 0,44) sowie – 0,86 cyl. (0,71, — 1,19 bis – 0,52).  Unter­schie­de zwischen RA und ICA waren nicht signifikant.
Bei den Fällen aus Gruppe 1, die sich in den Jahren eins bis vier post­ope­ra­tiv vorstell­ten, hatten 23, 18, 16, und 28 RA Stär­ken von ≤ — 0,75 cyl. Davon waren 12, 10, 6, und 16 asso­zi­iert mit Δθ°.
In unge­fähr 50% der Fälle mit einem Astig­ma­tis­mus von ‑0,75 dpt und mehr, konnte der Restastig­ma­tis­mus mit Neuaus­rich­tung der T‑ICL neutra­li­siert werden. (ak)

Autoren: Bohac M et al.
Korrespondenz: maja.bohac@svjetlost.hr
Studie: A critical evaluation of longitudinal changes of astigmatism following implantation of toric implantable collamer lens (TICL): a comparison between treated and untreated cases over 4 years
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2022 Apr;260(4):1377-1386.
Web: https://doi.org/10.1007/s00417-021-05449-w

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