Refrak­tä­res uvei­ti­sches Makulaödem

Anti-IL-6 zeigt höhere komplette Ansprechrate als Anti-TNFα

23. Dezember 2021

PARIS (Bier­mann) – Bei einem Thera­pie­ver­sa­gen syste­mi­scher Corti­cos­te­ro­ide und/oder immun­mo­du­lie­ren­der Substan­zen (nbDMARD) bei Pati­en­ten mit persis­tie­ren­dem uvei­ti­schem Maku­la­ö­dem (UME) gelten biolo­gi­sche Immun­mo­du­la­to­ren (bDMARD) als Ultima Ratio. Zu diesen gehö­ren die Tumor­ne­kro­se­fak­tor-alpha (TNFα)-Inhibitoren Infli­xi­mab (IFX) und Adali­mum­ab (ADA) sowie der Interleukin‑6 (IL‑6)-Rezeptor-Antikörper Toci­li­zumab (TCZ).

Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass TCZ die komplet­te Ansprechra­te des UME im Vergleich zu den Anti-TNFα-Substan­zen verbes­sern kann.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 204 Pati­en­ten (medi­a­nes Alter 40 Jahre; 42,2% Männer) mit thera­pie­re­frak­tä­rem UME in die multi­zen­tri­sche, retro­spek­ti­ve Beob­ach­tungs­stu­die ein.

Zu den wich­tigs­ten Ätio­lo­gien der Uvei­tis zähl­ten Morbus Behçet (17,2%), Bird­shot Chorio­re­ti­no­pa­thie (11,3%) sowie Sarko­ido­se (7,4%).

Die Pati­en­ten erhiel­ten IFX 5mg/kg in den Wochen 0,2,6 sowie alle 4–6 Wochen (n=69) und ADA 40 mg/14 Tage (n=80) sowie TCZ 8 mg/kg alle 4 Wochen intra­ve­nös (n=39) und 162 mg/Woche subku­tan (n=16).

Die Arbeits­grup­pe legte als Haupt­end­punk­te die Analy­se der voll­stän­di­gen und parti­el­len Ansprechra­te, die Rezi­div­ra­te, die Sehschwä­che (Sehschär­fe in ≥1 Auge ≥1 logMAR), die Corti­cos­te­ro­id-sparen­de Wirkung sowie die Neben­wir­kun­gen nach 6 Mona­ten fest.

Die Forscher ermit­tel­ten nach 6 Mona­ten bei der Anti-TNFα-Gruppe eine Gesamt­an­sprechra­te von 46,2% (21,8% komplet­tes Anspre­chen) und bei TCZ von 58,5% (35,8% komplet­tes Anspre­chen). Des Weite­ren stell­ten die Uvei­tis­ex­per­ten mithil­fe der multi­va­ria­ten Analy­se fest, dass die Thera­pie mit TCZ im Vergleich zur Anti-TNFα-Gruppe unab­hän­gig mit einem voll­stän­di­gen Anspre­chen asso­zi­iert war (OR 2,10; 95%-KI 1,06–4,06;p=0,03). Demge­gen­über diffe­rier­ten die beiden Grup­pen nicht signi­fi­kant in Bezug auf die Rezi­div­ra­te (HR 1,00; 95%-KI 0,31–3,18; p=0,99), die einge­schränk­te Sehkraft (OR 1,02; 95%-KI 0,51–2,07; p=0,95) und die Corti­cos­te­ro­id-sparen­de Wirkung (p=0,29). Neben­wir­kun­gen traten bei 20,6% der Pati­en­ten auf, darun­ter 10,8% schwerwiegend.

(tt)

Autoren: Leclercq M et al.
Korrespondenz: David Saadoun; david.saadoun@aphp.fr
Studie: Anti-TNF-α versus tocilizumab in the treatment of refractory uveitic macular edema: a multicenter study from the French Uveitis Network
Quelle: Ophthalmology 2021; Nov 15;S0161-6420(21)00900-3.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ophtha.2021.11.013

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