Refrak­tä­res diabe­ti­sches Maku­la­ödem nach Anti-VEGF-Gabe

DRIL im OCT kann prognostisch hilfreich sein

19. Februar 2021

LISSABON Bier­mann)  Der subfo­vea­le Struk­tur­ver­lust der inne­ren Netz­haut­schich­ten (DRIL; disor­ga­ni­za­ti­on of reti­nal inner layer) in der Spec­tral-Domain opti­schen Kohä­renz­to­mo­gra­phie (SD-OCT) bei refrak­tä­rem diabe­ti­schen Maku­la­ödem (DME) könnte als wich­ti­ger Progno­se­fak­tor hinsicht­lich der funk­tio­nel­len und anato­mi­schen Ergeb­nis­sen heran­ge­zo­gen werden. Dieses Fazit ziehen die Autoren einer retro­spek­ti­ven, multi­zen­tri­schen, kran­ken­haus­ba­sier­ten Kohor­ten­stu­die.

Die Forscher unter­such­ten 101 Augen von erwach­se­nen Typ-2-Diabe­ti­kern mit thera­pie­re­frak­tä­res DME, die zwischen Januar 2017 und Septem­ber 2018 von einer intra­vit­rea­len Anti- Endo­thel­wachs­tums­fak­tor-Thera­pie (Anti-VEGF; Ranibizumab/Bevacizumab) auf intra­vit­rea­len Corti­cos­te­roi­de umge­stellt worden waren.

Die Ophthal­mo­lo­gen werte­ten sozio­de­mo­gra­fi­sche- und klini­sche Daten, DME- und Behand­lungs-Charak­te­ris­ti­ka sowie OCT-Bilder zu Studi­en­be­ginn (vor dem Thera­pie­wech­sel) aus.

Die mitt­le­re Anzahl an Anti-VEGF-Injek­tio­nen betrug 5 (4,0–9,0) und die mitt­le­re Thera­pie­dau­er lag bei 33,2 (19,5–50,3) Mona­ten. Bei 56 Pati­en­ten (54,9%) wurde ein diffu­ses DME diagnos­ti­ziert.

Zu Studi­en­be­ginn lag bei 80 Pati­en­ten (88%) ein cystoi­des DME vor. 55 Pati­en­ten (62,5%) zeig­ten das Bild eines DRIL und bei 16 Pati­en­ten (17,6%) analy­sier­te die Arbeits­grup­pe subre­ti­na­le Flüs­sig­keit.

Das am häufigs­te inji­zier­te Corti­cos­te­ro­id war Dexa­me­tha­son (71,6%), gefolgt von Triamci­no­lon (24,4%) und von Fluo­ci­no­lon (4,2%).

Die Arbeits­grup­pe konnte hinsicht­lich der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA) 3 Monate nach erfolg­tem Thera­pie­wech­sel keine statis­tisch signi­fi­kan­te Verbes­se­rung fest­stel­len (p=0,048/0,096), wohin­ge­gen die mitt­le­re zentra­le Maku­la­di­cke (CMT) signi­fi­kant abnahm (von 486,3 µm; SD 159 auf 369,3 µm; SD 129; p<0,001). Die Autoren resü­mie­ren, dass DRIL sich als ein tomo­gra­phi­sches Merk­mal erwei­se, das sowohl die CMT-, als auch die BCVA-Endergeb­nis­se signi­fi­kant beein­flus­sen könnte (p=0,02, bzw. 0,012).

(tt)

Autoren: Luís ME et al.
Korrespondenz: Filipa Sampaio; filipa.almeidasampaio@gmail.com
Studie: Dril Influences Short-term Visual Outcome after Intravitreal Corticosteroid Injection for Refractory Diabetic Macular Edema
Quelle: Curr Eye Res 2021; Jan 31;1-9.
Web: dx.doi.org/10.1080/02713683.2021.1878540 

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