Refrak­tä­res Corti­cos­te­ro­id-indu­zier­tes Glaukom

Penetrierende Kanaloplastik als neue Therapieoption ermittelt

30. August 2022

WENZHOU (Bier­mann) – Bei der pene­trie­ren­den Kanalo­plas­tik handelt es sich um ein glau­kom­chir­ur­gi­sches Verfah­ren, bei dem eine zugnaht­ge­stütz­te Kanalo­plas­tik mit einer Trabe­ku­lek­to­mie – ohne subkon­junk­ti­va­le Sicker­kis­sen­bil­dung – kombi­niert wird, sodass das Kammer­was­ser über die neu geschaf­fe­ne innere Fistel aus der Vorder­kam­mer direkt in den erwei­ter­ten Schlemm´schen Kanal abflie­ßen kann. Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie nun berich­ten, erweist sich diese Behand­lung bei einem Corti­cos­te­ro­id-beding­tem Glau­kom als eine wirk­sa­me und siche­re Therapieoption.

In ihre prospek­ti­ve Inter­ven­ti­ons­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 8 Pati­en­ten (10 Augen; mitt­le­res Alter 23±13,3 Jahre) mit thera­pie­re­frak­tä­rem, Corti­cos­te­ro­id-indu­zier­tem Glau­kom ein, bei denen der Eingriff von einem einzi­gen Ophthal­mo­chir­ur­gen durch­ge­führt wurde.

Die Arbeits­grup­pe legte als primä­re Endpunk­te den Augen­in­nen­druck (IOD) sowie die Anzahl einge­setz­ter Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM) nach 3, 6, 12 und 18 Mona­ten sowie nach 2, 3 bzw. 4 Jahren post­ope­ra­tiv fest. Ein weite­rer Endpunkt umfass­te post­ope­ra­ti­ve Kompli­ka­tio­nen. Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 20,4±13,0 Monate (Bereich 6–48 Monate).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich der mitt­le­re IOD von 45,1±6,5 mmHg mit 3,3±0,5 einge­setz­ten AGM präope­ra­tiv auf 15,8±6,0 mmHg nach 3 Mona­ten, auf 14,7±3,3 mmHg nach 6 Mona­ten, auf 15,3±2,0 mmHg nach 12 Mona­ten, auf 15,6±2,6 mmHg nach 18 Mona­ten, auf 17,5±1,8 mmHg nach 24 Mona­ten sowie auf 16,5±4,9 mmHg nach 36 Mona­ten bzw. 14,0 mmHg nach 48 Mona­ten verbes­ser­te (alle p<0,01).

Die Exper­ten stell­ten des Weite­ren fest, dass bei 9 Augen zu keinem post­ope­ra­ti­ven Zeit­punkt der Einsatz von AGM erfor­der­lich war, während 1 Auge 1 Monat post­ope­ra­tiv ein Thera­pie­ver­sa­gen mit unkon­trol­lier­ba­rem IOD entwi­ckel­te, weswe­gen mehr­fa­che chir­ur­gi­sche Revi­sio­nen notwen­dig waren. In Bezug auf andere Kompli­ka­tio­nen (alle rever­si­bel) konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen in 3 Fällen ein Hyphä­ma direkt post­ope­ra­tiv, bei 2 Augen nach 1 Woche und 1 Monat einen tran­si­en­ten IOD-Anstieg und in 1 Fall eine kurz­zei­ti­ge Aderhautamotio.

(tt)

Autoren: Hu JJ et al.
Korrespondenz: Yuan-Bo Liang; yuanboliang@126.com
Studie: A new bleb-independent surgery namely penetrating canaloplasty for corticosteroid-induced glaucoma: a prospective case series
Quelle: Int J Ophthalmol 2022; Jul 18;15(7):1077-1081.
Web: dx.doi.org/10.18240/ijo.2022.07.06

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