Refrak­tä­re Uvei­tis bei Morbus Behçet

Absetzen von Infliximab sollte trotz Langzeitremission überdacht werden

18. Oktober 2021

YOKOHAMA (Bier­mann) – Bei Infli­xi­mab (IFX) handelt es sich um einen Tumor­ne­kro­se­fak­tor (TNF)-Inhibitor, der seine Wirk­sam­keit bei refrak­tä­rer Uvei­tis bedingt durch Morbus Behçet (BD) bewie­sen hat. Es bestehen jedoch keine Stan­dard-Thera­pie­pro­to­kol­le zu einem IFX-Wech­sel oder einem Absetzen.

Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass nach 1‑jährigem Abset­zen von IFX – nach einer Lang­zeit-Thera­pie bei lange bestehen­der Voll­re­mis­si­on der Uvei­tis –  und einem Wech­sel zu Cyclosporin‑A (CYA) zwar keine neuen okulä­ren Schübe, jedoch extrao­ku­lä­re Läsio­nen durch eine Reak­ti­vie­rung des BD aufge­tre­ten waren. Die Autoren empfeh­len daher, ein Abset­zen der IFX-Thera­pie sorg­fäl­tig abzu­wä­gen, selbst bei einer Lang­zeitre­mis­si­on okulä­rer und extrao­ku­lä­rer Läsionen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 3 von 45 Pati­en­ten mit BD, die aufgrund einer refrak­tä­ren Uvei­tis mit IFX behan­delt wurden, in ihre offene, prospek­ti­ve, einar­mi­ge Studie ein. Die Studi­en­pa­ti­en­ten erfüll­ten folgen­de Einschluss­kri­te­ri­en: eine Thera­pie­dau­er mit IFX ohne weite­re Immun­sup­pres­si­va über einen Zeit­raum von >5 Jahren ohne okulä­re Schübe, keine reti­na­le Vasku­li­tis in der Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie, nega­ti­ver Wert des C‑reaktiven Prote­ins im Serum sowie keine extrao­ku­lä­ren Läsio­nen zum Zeit­punkt des Abset­zens von IFX.

6 Wochen nach dem Abset­zen von IFX wurden die Pati­en­ten auf CYA 5 mg/kg/Tag einge­stellt. Die Arbeits­grup­pe legte als primä­ren Endpunkt die Rate an erneu­ter Verab­rei­chung von TNF-Inhi­bi­to­ren 1 Jahr nach Abset­zen der IFX-Thera­pie fest.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass kein Pati­ent nach dem Jahr einen okulä­ren Schub entwi­ckel­te oder eine Wieder­auf­nah­me der IFX-Thera­pie erfor­der­lich war. Demge­gen­über entwi­ckel­ten alle Pati­en­ten extrao­ku­lä­re Läsio­nen im Sinne von rezi­di­vie­ren­den oralen Ulzera, Folli­ku­lit­i­den sowie rezi­die­ren­den Fieber­schü­ben. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass bei allen Pati­en­ten Leber- und Nieren­funk­ti­ons­stö­run­gen auftra­ten, welche mögli­cher­wei­se durch die CYA-Thera­pie verur­sacht wurden.

(tt)

Autoren: Ida Y et al.
Korrespondenz: Masaki Takeuchi; takeuchi@yokohama-cu.ac.jp
Studie: An open-label, prospective, single-arm study of switching from infliximab to cyclosporine for refractory uveitis in patients with Behçet's disease in long-term remission
Quelle: Jpn J Ophthalmol 2021; Sep 29 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s10384-021-00872-2

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