Refrak­tä­re Uvei­tis bei Kindern

Corticosteroid-Pulstherapie stellt sichere Therapieoption dar

23. Juni 2022

PALO ALTO (Bier­mann) – Einer aktu­el­len Arbeit zufol­ge erweist sich eine intra­ve­nö­se, hoch­do­sier­te Stoß­the­ra­pie mit Methyl­p­redn­iso­lon­suc­ci­nat (IVHDM) bei Pati­en­ten mit schwe­rer oder thera­pie­re­frak­tä­rer nicht­in­fek­tiö­ser pädia­tri­scher Uvei­tis (NIU) im Hinblick auf das Sicher­heits­pro­fil als valide Thera­pie­mög­lich­keit. Laut den Autoren kann zudem eine orale Dauer­me­di­ka­ti­on mit Corti­cos­te­ro­iden (CS) verrin­gert werden.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 14 Kinder mit schwerer/refraktärer NIU (mitt­le­res Alter 11,9±2,4 Jahre; 50% Mädchen), die über einen Zeit­raum von ≥4 Mona­ten in einem ophthal­mo­lo­gi­schen Schwer­punkt­kran­ken­haus mit IVHDM behan­delt wurden, in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein.

13 Pati­en­ten erhiel­ten 1–3 aufein­an­der­fol­gen­de IVHDM-Infu­sio­nen pro Monat (1 Pati­ent alle 2 Wochen) mit einer mitt­le­ren Dosis von 8–25 mg/kg/Infusion (2 Pati­en­ten ≤32,5 mg/kg). Die mitt­le­re Behand­lungs­dau­er betrug 14,2±7,5 Monate. 13 Teil­neh­mer wurden kombi­niert mit folgen­den Immun­mo­du­la­to­ren (IMT) behan­delt: intra­ve­nös (Infli­xi­mab [54%], Toci­li­zumab [38%], Immun­glo­bu­li­ne [15%], Ritu­xi­mab [7%]) sowie oral (Myco­phe­no­lat [30%] und Metho­trex­at [23%]). Zusätz­lich appli­zier­ten 8 Kinder (57%) orale CS und 9 (64%) topi­sche CS.

Die Forscher ermit­tel­ten bei 2 Pati­en­ten schwer­wie­gen­de uner­wünsch­te Ereig­nis­se (UE). In einem Fall trat eine Brady­kar­die nach 12-mona­ti­ger Behand­lung mit IVHDM, Immun­glo­bu­li­nen und Ritu­xi­mab auf und ein Kind erlitt nach 11-mona­ti­ger Thera­pie mit IVHDM, Toci­li­zumab und nied­rig dosier­ten oralen CS eine Kompres­si­ons­frak­tur sowie eine Neben­nie­ren­in­suf­fi­zi­enz. Gering­fü­gi­ge UE umfass­ten u.a. leich­te Verän­de­run­gen des Blut­bil­des (71%) und des Blut­zu­ckers (71%) sowie eine Gewichts­zu­nah­me >10 kg (50%). Die Anzahl aller UE korre­lier­te stark mit der Thera­pie­dau­er (p=0,004) und mäßig mit der kumu­la­ti­ven Dosis/kg (0,051), während eine Gewichts­zu­nah­me nur mit der gleich­zei­ti­gen Einnah­me von oralen CS (p=0,02) asso­zi­iert war.

Die Autoren merken bezüg­lich des Sicher­heits­pro­fils an, dass die in der Studie beschrie­be­nen UE auch auf die gleich­zei­ti­ge Thera­pie mit IMT bzw. auf die Grund­er­kran­kung selbst zurück­ge­führt werden könnten.

(tt)

Autoren: Ghoraba HH et al.
Korrespondenz: Quan Dong Nguyen; ndquan@stanford.edu
Studie: Safety of Intravenous Methylprednisolone in Refractory and Severe Pediatric Uveitis
Quelle: Clin Ophthalmol 2022; May 31;16:1697-1706.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S366370

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