Pseu­do­ex­fo­li­a­ti­ons­glau­kom und Trabe­ku­lek­to­mie mit Mitomycin‑C

Kombination mit Amnionmembran-Transplantation führt zu besseren Erfolgen

15. August 2022

BUSAN (Bier­mann) – Pati­en­ten mit einem Pseu­do­ex­fo­li­a­ti­ons­glau­kom (PEXG) zeigen nach einer Trabe­ku­lek­to­mie (TE) mit Mitomycin‑C (MMC) oftmals eine starke Entzün­dungs­re­ak­ti­on, Wund­hei­lungs­stö­rung und Sickerkissen(Siki)-Vernarbung. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass eine intra­ope­ra­ti­ve Trans­plan­ta­ti­on einer Amni­onmem­bran (AMT), welche anti-fibro­ti­sche, anti-angio­ge­ne sowie anti-entzünd­li­che Eigen­schaf­ten aufweist, zu einer höhe­ren Erfolgs­ra­te und einer gerin­ge­ren Inzi­denz von funk­ti­ons­un­tüch­ti­gen, avasku­lä­ren Siki führt als die gängi­ge TE mit MMC.

In ihre retro­spek­ti­ve Kohor­ten­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 85 Patienten/Augen mit PEXG ein, bei denen in 52 Fällen eine TE mit MMC und AMT und bei 33 Augen eine allei­ni­ge TE mit MMC (Kontroll­grup­pe) erfolgte.

Die Arbeits­grup­pe defi­nier­te einen voll­stän­di­gen chir­ur­gi­schen Erfolg als einen Augen­in­nen­druck (IOD ohne Einsatz von Antig­lau­kom­a­to­sa [AGM]) ≤18 mmHg und eine IOD-Reduk­ti­on ≥20 % (Krite­ri­um A) oder als einen IOD ≤15 mmHg und eine IOD-Reduk­ti­on ≥25 % (Krite­ri­um B). Die Krite­ri­en C und D entspra­chen den Krite­ri­en A und B mit einge­setz­ten AGM (quali­fi­zier­ter Erfolg).

Mithil­fe der Kaplan-Meier-Über­le­bens­ana­ly­se vergli­chen die Forschen­den die kumu­la­ti­ven Erfolgs­wahr­schein­lich­kei­ten und bewer­te­ten mittels Cox-Propor­tio­nal-Hazard-Model­len den Einfluss der AMT auf den chir­ur­gi­schen Erfolg unter Adjus­tie­rung von Störvariablen.

Die Forscher ermit­tel­ten in der AMT- im Vergleich zur Kontroll­grup­pe eine signi­fi­kant höhere voll­stän­di­ge Erfolgs­ra­te nach 12 Mona­ten (Krite­ri­um A 86,5 vs. 63,6 %; p=0,017 und Krite­ri­um B 86,4 vs. 63,6 %; p=0,005). Ebenso fielen die quali­fi­zier­ten Erfolgs­ra­ten nach 1 Jahr bei den AMT-Augen signi­fi­kant besser aus als bei den Kontrollau­gen (Krite­ri­um C 92,1 vs. 75,1 %; p=0,047 und Krite­ri­um D 92,1 vs. 72,1 %; p=0,021). Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass die AMT mit einer gerin­ge­ren Versa­gens­ra­te gemäß den Krite­ri­en A, B und D asso­zi­iert war (alle p≤0,047). Zudem entwi­ckel­ten sich nur in der Kontroll­grup­pe avasku­lä­re Siki (0 vs. 7 Augen [21,2%]; p=0,004).

(tt)

Autoren: Kim H et al.
Korrespondenz: Jiwoong Lee; glaucoma@busan.ac.kr
Studie: The Effect of Amniotic Membrane Transplantation on Trabeculectomy in Patients with Pseudoexfoliation Glaucoma
Quelle: J Ophthalmol 2022; Jul 30;2022:9355206.
Web: dx.doi.org/10.1155/2022/9355206

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