Pseu­do­ex­fo­li­a­ti­on und epire­ti­na­le Gliose

Glaukom verschlechtert funktionelle Prognose

21. April 2022

SEOUL (Bier­mann) – Eine epire­ti­na­le Gliose (ERM) entwi­ckelt sich bei Perso­nen mit einem Pseu­do­ex­fo­li­a­ti­ons-Syndrom (PXS) rela­tiv häufig. Wie die Autoren einer aktu­el­len Veröf­fent­li­chung aus China nun gezeigt haben, wächst die ERM bei diesem Kollek­tiv stär­ker, wenn zusätz­lich ein Glau­kom (PXG) vorliegt. Die dadurch beding­te Zunah­me der zentra­len Maku­la­di­cke ist asso­zi­iert mit einer Progres­si­on der Gesichtsfeld(VF)-Defekte.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 102 Patienten/Augen mit PXG sowie 32 Patienten/Augen mit PXS in ihre Studie ein. Zwei Exper­ten bewer­te­ten unab­hän­gig vonein­an­der mithil­fe der Spec­tral-Domain-OCT (SD-OCT) das Vorhan­den­sein und das Stadi­um der ERM (Stadi­en 1 bis ≥3) auf seri­el­len Aufnah­men der Makula. Zusätz­lich verglich die Arbeits­grup­pe klini­sche Charak­te­ris­ti­ka bei Augen mit (+) und ohne (-) ERM in beiden Grup­pen. Zudem unter­such­ten die Forschen­den mittels logis­ti­scher Regres­si­ons­ana­ly­se die Asso­zia­ti­on zwischen mögli­chen Fakto­ren und einer Verän­de­rung der ERM. Nach­fol­gend eruier­te die Studi­en­grup­pe mithil­fe der Cox-Propor­tio­nal-Hazard-Analy­se prognos­ti­sche Fakto­ren für eine Verschlech­te­rung der VF-Befun­de. Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit betrug 8,1 ±2,6 Jahre.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 22 der 102 Augen mit PXG (21,6%) zu Studi­en­be­ginn eine ERM aufwie­sen. Von diesen verschlech­ter­te sich die ERM bei 6 Augen von Stadi­um 1 zu Stadi­um 2. In 3 Fällen entwi­ckel­te sich im Laufe des Studi­en­zeit­raums eine neue ERM.

Des Weite­ren stell­ten die Ophthal­mo­lo­gen fest, dass bei 8 der 32 Augen mit PXS (25%) eine ERM bei der initia­len Unter­su­chung vorlag, die sich jedoch im Laufe der gesam­ten Follow-up-Zeit nicht veränderte.

Darüber hinaus beob­ach­te­ten die Exper­ten, dass eine tenden­zi­el­le Asso­zia­ti­on zwischen einem PXG und einer Verschlech­te­rung der ERM bestand (OR 1,061; p=0,064). Die lang­sam zuneh­men­de Dicke der zentra­len Makula (CMT) stell­te den einzi­gen Risi­ko­fak­tor dar, der bei PXG-Augen mit einer Progres­si­on der VF-Defek­te verbun­den war (HR 1,040; p=0,029).

(tt)

Autoren: Lee JY et al.
Korrespondenz: Kyung Rim Sung; sungeye@gmail.com
Studie: Association of Epiretinal Membrane with Pseudoexfoliation Glaucoma and Long-term Factors Affecting Visual Function
Quelle: J Glaucoma 2022; Mar 29 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/IJG.0000000000002024

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