Proli­fe­ra­ti­ve Diabe­ti­sche Retinopathie

Prädiktoren für eine Progression nach panretinaler Laserkoagulation ermittelt

19. Mai 2022

BELFAST (Bier­mann) – Einer aktu­el­len Studie zufol­ge haben Pati­en­ten mit proli­fe­ra­ti­ver Diabe­ti­scher Reti­no­pa­thie (PDR) ein erhöh­tes Risiko für eine Progres­si­on, wenn gewis­se morpho­lo­gi­sche Verän­de­run­gen am hinte­ren Pol vor einer panre­ti­na­len Laser­ko­agu­la­ti­on (PRP) bestehen, der neuere Muster-Scan-Laser (pattern scan laser; PASCAL) verwen­det bzw. eine gemisch­te PRP durch­ge­führt wird.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 114 Pati­en­ten (135 Augen; mitt­le­res Alter 57,6 ±13,1 Jahre) mit PDR und PRP-Naivi­tät, bei denen im Zeit­raum 1. Januar 2016 bis 30. Juni 2017 in der Augen­kli­nik des Belfast Health and Social Care Trust (Nord­ir­land) die 1. PRP durch­ge­führt wurde.

Die Arbeits­grup­pe evalu­ier­te – nach Befund­sta­bi­li­sie­rung – den weite­ren Verlauf über einen Zeit­raum von ≥6 Mona­ten. Die Forschen­den legten als Endpunk­te die Zeit bis zur Stabi­li­sie­rung, die Progres­si­on der PDR sowie die mitt­le­re Verän­de­rung der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA) fest. Mithil­fe der multi­va­ria­blen Cox-Regres­si­on schätz­te die Gruppe zudem die HR verschie­de­ner Ausgangs­fak­to­ren sowie des Laser­typs in Bezug auf die Ergeb­nis­se nach der Behandlung.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass Pati­en­ten, die mit dem PASCAL oder gemischt gelasert wurden, eine signi­fi­kant späte­re Stabi­li­sie­rung (HR 0,54; p=0,004 bzw. HR 0,41; p=0,001) sowie ein höhe­res Progres­si­ons­ri­si­ko (HR 1,83; p=0,028 bzw. HR 2,04; p=0,018) gegen­über den Pati­en­ten aufwie­sen, bei denen die PRP mit einem Stan­dard­la­ser durch­ge­führt wurde.

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Reti­no­lo­gen, dass eine Glas­kör­per­blu­tung sowie eine Fibro­se bzw. eine vitre­o­re­ti­na­le Trak­ti­on präope­ra­tiv Prädik­to­ren für ein erhöh­tes Progres­si­ons­ri­si­ko darstell­ten (HR 1,70; p=0,017 bzw. HR 4,14; p<0,001).

Demge­gen­über beein­fluss­ten diese Risi­ko­fak­to­ren nicht signi­fi­kant die BCVA-Ergebnisse.

Die Autoren resü­mie­ren, dass diese Ausgangs­be­din­gun­gen und die Laser­wahl vor einer PRP bei der Pati­en­ten­auf­klä­rung im Hinblick auf die Progno­se berück­sich­tigt werden sollten.

(tt)

Autoren: Perais JA et al.
Korrespondenz: Noemi Lois; n.lois@qub.ac.uk
Studie: Predictive factors associated with anatomical and functional outcomes following panretinal photocoagulation in people with proliferative diabetic retinopathy
Quelle: Retina 2022; Apr 22 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1097/IAE.0000000000003510

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