Proli­fe­ra­ti­ve diabe­ti­sche Reti­no­pa­thie mit Makulaödem

Anti-VEGF mit oder ohne Dexamethason verringert panretinale Laserkoagulation

31. Januar 2022

HOMBURG (Bier­mann) – Bei einer proli­fe­ra­ti­ven diabe­ti­schen Reti­no­pa­thie (PDR) mit Maku­la­ö­dem (DME) führt die intra­vit­rea­le Injek­ti­on (IVI) von VEGF-Inhi­bi­to­ren allei­ne oder kombi­niert mit nach­fol­gen­den Corti­cos­te­ro­iden inner­halb von 2 Jahren – unab­hän­gig von der Schwe­re des DME – zu einer signi­fi­kan­ten Verrin­ge­rung der Anzahl panre­ti­na­ler Laser (PRP)-Herde. Dieses Ergeb­nis weist laut den Verfas­sern einer aktu­el­len Arbeit auf eine güns­ti­ge Wirkung von Anti-VEGF und Corti­cos­te­ro­iden auf die Akti­vi­tät der PDR hin.

Die deut­schen Wissen­schaft­ler nahmen 62 Patienten/Augen mit neu aufge­tre­te­ner PDR und einer Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von ≥24 Mona­ten in ihre retro­spek­ti­ve Studie auf.

Die Arbeits­grup­pe teilte die Pati­en­ten in 2 Grup­pen ein. Die Gruppe 1 (G1) umfass­te 40 Augen, die mit PRP behan­delt wurden und kein DME entwi­ckel­ten. Die Gruppe 2 (G2) bilde­ten 62 Augen, die zusätz­lich wegen eines DME entwe­der nur IVI mit Anti-VEGF (G2a) oder nach einem Wech­sel Dexa­me­tha­son intra­vit­re­al (G2b) erhielten.

Als Haupt­end­punk­te legte die Gruppe nach 24 Mona­ten die zentra­le Maku­la­di­cke (CMT), die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA) sowie die Anzahl an PRP-Herden fest.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass die CMT zu Studi­en­be­ginn und nach 24 Mona­ten in der G2 (432 ± 164,2 µm; 382,1 ± 143,8 µm) signi­fi­kant höher lag als in der G1 (296,6 ± 69,5 µm; 308,9 ± 59,7 µm; p<0,01; p=0,01).

In der Unter­grup­pen­ana­ly­se war die CMT in der G2b vergli­chen mit der G2a sowohl zu Studi­en­be­ginn (474,8 ± 182,2 µm vs. 385,1 ± 128,9 µm; p=0,01) als auch nach 24 Mona­ten (425,0 ± 144,0 µm vs. 338,8 ± 132,3 µm; p<0,01) gesteigert.

Des Weite­ren beob­ach­te­ten die Reti­no­lo­gen, dass die BCVA anfäng­lich und nach 24 Mona­ten in der G1 höher ausfiel als in der G2 (beide p=0,01), während zwischen G2a und G2b weder zu Beginn der Studie (p=0,54) noch nach 24 Mona­ten (p=0,29) signi­fi­kan­te Unter­schie­de bestanden.

Demge­gen­über war die Gesamt­zahl der PRP-Herde in der G1 signi­fi­kant höher (2427,4 ± 885) als in der G2 (1552,8 ± 512; p<0,01), während sich die G2a und die G2b nicht signi­fi­kant unter­schie­den (p=0,8).

(tt)

Autoren: Aljundi W et al.
Korrespondenz: Wissam Aljundi; wissam.aljundi@uks.eu
Studie: Intravitreal Injection for Diabetic Macular Edema as Adjunctive Therapy for Proliferative Diabetic Retinopathy: A Retrospective Study
Quelle: Clin Ophthalmol 2022; Jan 14;16:135-143.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S346065

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