Primärthe­ra­pie des Ader­haut­me­l­anoms

Nur geringer Behandlungserfolg mit photodynamischer Therapie

8. September 2020

LONDON (Bier­mann) – In einer retro­spek­ti­ven, inter­ven­tio­nel­len, konse­ku­ti­ven Fall­se­rie wurden die Lang­zeit­er­geb­nis­se von Pati­en­ten mit klei­nem, pigmen­tier­ten Ader­haut­me­l­a­nom ausge­wer­tet, die sich einer Primär­be­hand­lung mit einer photo­dy­na­mi­schen Thera­pie (PDT) mit Verte­por­fin unter­zo­gen haben.

Während die Behand­lung des Ader­haut­me­l­anoms mit PDT die Sehschär­fe wirk­sam bewahr­te, betrug der nach Kaplan-Meier-Analy­se berech­ne­te Behand­lungs­er­folg nach 5 Jahren nur 38,4%. Ange­sichts des erheb­li­chen Risi­kos eines Thera­pie­ver­sa­gens empfeh­len die Studi­en­au­toren daher in ihrem Fazit beim Ader­haut­me­l­a­nom nur dann eine primä­re PDT mit Verte­por­fin, wenn andere Behand­lun­gen mit einer besse­ren Tumor­kon­trol­le nicht möglich sind.

In die Studie wurden 26 Pati­en­ten im mitt­le­ren Alter von 62 ±14 Jahren und einer Tumor­di­cke von 1,3 ±0,5 mm einge­schlos­sen. Insge­samt wurden die Pati­en­ten für einen Median [IQR, Bereich] von 49,5 [15,3, 7,0–66,0] Mona­ten von der ersten PDT bis zum letz­ten Follow-up beob­ach­tet. Ziel­pa­ra­me­ter waren die lokale Tumor­kon­trol­le, visu­el­le Ergeb­nis­se und das meta­sta­sen­freie Über­le­ben. Die Tumo­ren befan­den sich poste­rior (mitt­le­rer Abstand zum Sehnerv und zur Fovea =2,0 ±2,2 bzw. 1,6 ±1,5 mm). Die meis­ten Tumo­ren waren voll­stän­dig pigmen­tiert (73%).

Im Verlauf der Studie haben 14/26 (54%) Pati­en­ten ein Lokal­re­zi­div im Median von 20,0 Mona­ten entwi­ckelt [20,5, 4,7–60,9]. Rezi­di­ve nach PDT traten tenden­zi­ell entlang der Tumor­rän­der auf, häufig mit mini­ma­ler Zunah­me der Dicke. Das häufigs­te Rezi­di­v­mus­ter war eine isolier­te Zunah­me der Basal­di­men­si­on (9/14; 64%).

Die media­ne finale LogMAR-Sehschär­fe [IQR] der gesam­ten Kohor­te betrug 0,2 [0,5]. Der einzi­ge statis­tisch signi­fi­kan­te Unter­schied in den Base­li­ne- und Outco­me-Merk­ma­len zwischen Thera­pie­ver­sa­gen und keinem Versa­gen war der Abstand zur Fovea (Median [IQR] 0,5 [1,3] versus 2,5 [2,8]; p=0,002) und die finale LogMAR-Sehschär­fe (Median [IQR] 0,50 [0,80] versus 0,00 [0,14]; p=0,002).

(isch)

Autoren: Roelofs KA et al.
Korrespondenz: Mandeep S Sagoo; m.sagoo@ucl.ac.uk.
Studie: Long term outcomes of small pigmented choroidal melanoma treated with primary photodynamic therapy
Quelle: Ophthalmol Retina 2020;Sep 2.
Web: https://doi.org/10.1016/j.oret.2020.08.019

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