Primä­res Winkelblockglaukom

Plateau-Iris kann Hinweis auf Glaukomschweregrad geben

10. August 2020

SINGAPUR (Bier­mann) – In einer im „Ameri­can Jour­nal of Ophthal­mo­lo­gy“ veröf­fent­lich­ten Quer­schnitts­stu­die bestimm­ten Wissen­schaft­ler aus Singa­pur das Auftre­ten einer Plateau-Iris bei unter­schied­li­chen Schwe­re­gra­den des primä­ren Winkel­block­glau­koms (PWBG). Nach Auswer­tung ihrer Studi­en­po­pu­la­ti­on kamen die Autoren zum Schluss, dass im Vergleich zum frühen bis mittel­schwe­rem PWBG bei einem schwe­rem PWBG mehr Augen von einer Plateau-Iris-Konfi­gu­ra­ti­on betrof­fen sind, sodass dies ein Faktor für die Schwe­re der Erkran­kung sein könne.

In ihrer Studie führ­ten die Wissen­schaft­ler eine Ultra­schall­bio­mi­kro­sko­pie (UBM) bei 210 PWBG-Proban­den durch, die sich zuvor einer peri­phe­ren Laser-Irido­to­mie unter­zo­gen hatten. Eine Plateau-Iris wurde als das Vorhan­den­sein aller folgen­den UBM-Krite­ri­en in mindes­tens zwei Quadran­ten des Kammer­win­kels defi­niert: ante­rior gerich­te­ter Zili­ar­kör­per, fehlen­der Sulcus cilia­ris, Angu­la­ti­on der Iris, flache Iris­ebe­ne und irido­tra­be­ku­lä­rer Kontakt. Der Schwe­re­grad der Erkran­kung basier­te auf der mitt­le­ren Abwei­chung des Gesichts­felds (MD) und wurde wie folgt klas­si­fi­ziert: früh bis mittel­schwer (MD ≥–12 dB), fort­ge­schrit­ten (–12,01 dB bis –20 dB) und schwer (MD <–20 dB).

Von den 210 rekru­tier­ten Proban­den wurden 23 aufgrund schlech­ter UBM-Bilder ausge­schlos­sen. Von den verblei­ben­den 187 Perso­nen hatten 103 ein frühes bis mittel­schwe­res PWBG, 38 ein fort­ge­schrit­tes und 46 ein schwe­res PWBG. 48,1% waren männ­lich. 90,9% waren chine­si­scher Abstammung.

Der Gesamt­an­teil einer Plateau-Iris betrug 36,9%, wobei 32,0% (33/103) im frühen bis mitt­le­ren Stadi­um, 34,2% (13/38) im fort­ge­schrit­te­nen und 50% (23/46) im schwe­ren PWBG-Stadi­um auftra­ten (p=0,03, Vergleich des schwe­ren PWBG mit frühem bis mittel­schwe­rem). Bei schwe­rer PWBG hatten Proban­den mit Plateau-Iris-Konfi­gu­ra­ti­on eine signi­fi­kant klei­ne­re Vorder­kam­mer­flä­che (p=0,03) und ein signi­fi­kant klei­ne­res Volu­men (p=0,01) als die Proban­den ohne Plateau-Iris.

(isch)

Autoren: Nongpiur ME et al.
Korrespondenz: Tin Aung; aung.tin@singhealth.com.sg
Studie: Plateau iris and severity of primary angle closure glaucoma
Quelle: Am J Ophthalmol 2020; Jul 28.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2020.07.033

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