Primä­res Sjögren-Syndrom

Nikotinkonsum reduziert Risiko

22. Dezember 2021

SAN FRANCISCO (Bier­mann) – Niko­tin­kon­su­men­ten haben im Vergleich zu Nicht­rau­chern eine gerin­ge­re Wahr­schein­lich­keit, als Pati­en­ten mit einem primä­ren Sjögren-Syndrom (pSS) klas­si­fi­ziert zu werden, ebenso wie patho­lo­gi­sche Befun­de oder Tests in Bezug auf ein Trocke­nes Auge oder eine posi­ti­ve Biop­sie der Lippen­spei­chel­drü­sen gemäß der pSS-Klas­si­fi­ka­ti­on aufzu­wei­sen. Das schrei­ben die Verfas­ser einer aktu­el­len Arbeit.

In ihre Studie nahmen die US-ameri­ka­ni­schen Wissen­schaft­ler 3514 Teil­neh­mer mit vermu­te­tem oder fest­ge­stell­tem pSS auf, die im Regis­ter der Sjögren´s Inter­na­tio­nal Colla­bo­ra­ti­ve Alli­an­ce (SICCA) einge­schrie­ben waren. Die Arbeits­grup­pe führte orale, okulä­re sowie rheu­ma­to­lo­gi­sche Unter­su­chun­gen durch, über­prüf­te Blut- und Spei­chel­pro­ben und entnahm Gewebe der Lippen­spei­chel­drü­sen für eine histopa­tho­lo­gi­sche Unter­su­chung. Zusätz­lich beant­wor­te­ten die Teil­neh­mer am Anfang der Studie Frage­bö­gen. Mithil­fe einer logis­ti­schen Regres­si­on bewer­te­te die Gruppe, ob der Raucher­sta­tus mit der Klas­si­fi­ka­ti­on und den Ergeb­nis­sen der indi­vi­du­el­len Diagno­se­tests bezüg­lich eines pSS asso­zi­iert war.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass von den 3514 Teil­neh­mern 1541 (52,9%) die Klas­si­fi­ka­ti­ons­kri­te­ri­en eines pSS erfüll­ten. Im Vergleich zu Nicht­rau­chern bestand bei aktu­ell Rauchen­den eine gerin­ge­re Wahr­schein­lich­keit als Perso­nen mit pSS klas­si­fi­ziert zu werden. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass eine ebenso redu­zier­te Wahr­schein­lich­keit bei den Niko­tin­kon­su­men­ten bestand, in dem Lippen­spei­chel­drü­sen-Biop­sat einen Fokus­wert ≥1 zu haben, posi­tiv auf Anti-SSA/An­ti-SSB-Anti­kör­per getes­tet zu werden sowie unnor­ma­le Befun­de und Test­ergeb­nis­se für ein Trocke­nes Auge vorzuweisen.

Demge­gen­über konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass ehema­li­ge Raucher im Vergleich zu Nicht­rau­chern keine statis­tisch signi­fi­kan­te Verrin­ge­rung der Wahr­schein­lich­keit aufwie­sen, als Perso­nen mit pSS und abnor­men Test­ergeb­nis­sen für ein pSS einge­stuft zu werden.

Die Autoren beto­nen jedoch, dass diese Ergeb­nis­se nicht bedeu­ten sollen, dass Niko­tin­kon­sum in Bezug auf das pSS von Vorteil sei.

(tt)

Autoren: Gebreegziabher EA et al.
Korrespondenz: John Gonzales; john.gonzales@ucsf.edu
Studie: Between Smoking and Primary Sjögren Syndrome Classification Using the Sjögren's International Collaborative Clinical Alliance Cohort
Quelle: ACR Open Rheumatol 2021; Dec 9 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1002/acr2.11362

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