Primä­res Offenwinkelglaukom

Zusammenhang zwischen Anomalien der Nagelfalzkapillaren und retinalen Merkmalen

9. April 2020

PEKING (Bier­mann) – Ophthal­mo­lo­gen der Univer­si­täts-Augen­kli­nik Peking vergli­chen in einer Quer­schnitts­stu­die die morpho­lo­gi­schen Eigen­schaf­ten der Nagel­falz­ka­pil­la­ren von Glau­kom­pa­ti­en­ten mit jenen gesun­der Proban­den. Sie beob­ach­te­ten sowohl bei Pati­en­ten mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom (POAG) als auch bei Pati­en­ten mit akutem Winkel­block­glau­kom (PACG) Anoma­lien der Nagel­falz­ka­pil­la­ren. Bei den POAG-Pati­en­ten hingen die Merk­ma­le der Nagel­falz­ka­pil­la­ren, insbe­son­de­re die mikro­vasku­lä­re Dichte und der Tortuo­si­täts­grad, signi­fi­kant mit der Dicke des Gangli­en­zell­kom­ple­xes (GCC) und der Dichte der radia­len peri­pa­pil­lä­ren Kapil­la­ren (RPC) zusammen.

In die Studie wurden 51 Pati­en­ten mit Normal­druck­glau­kom, 32 Pati­en­ten mit Hyper­ten­si­ons-Glau­kom, 32 PACG-Pati­en­ten und 61 gesun­de Proban­den einge­schlos­sen. Pati­en­ten mit Binde­ge­webs­er­kran­kun­gen wurden ausge­schlos­sen, ebenso Pati­en­ten, die Anti­ko­agu­lan­zi­en oder Throm­bo­zy­ten­ag­gre­ga­ti­ons­hem­mer einnahmen.

Mittels Nagel­faz-Kapil­la­ro­sko­pie, Spec­tral-Domain-opti­scher-Kohä­renz­to­mo­gra­phie und opti­scher Kohä­renz­to­mo­gra­phie-Angio­gra­phie wurden die Morpho­lo­gie der Nagel­falz­ka­pil­la­re sowie die Netz­haut­di­cke bezie­hungs­wei­se die Netz­haut­ge­fäß­dich­te bewertet.

Morpho­lo­gi­sche Merk­ma­le der Nagel­falz­ka­pil­la­ren, einschließ­lich gerin­ge­rer Kapil­lar­dich­te, größe­rer Tortuo­si­tät, mehr erwei­ter­ten Kapil­la­ren von >50 μm und mehr Gefäß­zo­nen von >100 μm, waren bei POAG- und PACG-Pati­en­ten häufi­ger als bei den gesun­den Kontroll­per­so­nen (alle p<0,001).

In der POAG-Gruppe korre­lier­te die Nagel­falz­ge­fäß­dich­te nega­tiv mit der GCC-Dicke (Odds Ratio [OR] 0,908, p=0,010) und der RPC-Dichte (OR 0,787, p=0,025). Der Tortuo­si­täts­grad war nega­tiv mit der RPC-Dichte asso­zi­iert (OR 0,804, p=0,016).

In der PACG-Gruppe wurde kein eviden­ter Zusam­men­hang zwischen der Morpho­lo­gie der Nagel­falz­ka­pil­la­ren  und der Netz­haut­di­cke oder der Netz­haut­ge­fäß­dich­te fest­ge­stellt (alle p>0,05).

(isch)

Autoren: Rong X et al.
Korrespondenz: Yu Cai; cai_yuu@hotmail.com
Studie: Relationship between nailfold capillary morphology and retinal thickness and retinal vessel density in primary open-angle and angle-closure glaucoma
Quelle: Acta Ophthalmol 2020; Apr 3.
Web: https://doi.org/10.1111/aos.14416

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